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Marzahn-Hellersdorfer Familienbildungsgutschein
von AG IPSE 21.04.2010 | 15:23
Seit diesem Jahr erhalten alle Eltern, die in Marzahn-Hellersdorf leben, für ihr Kind, das ab dem 01. Januar 2010 geboren ist, einen Familienbildungsgutschein im Wert von 40 Euro. Diesen Gutschein erhalten die Familien automatisch mit dem Begrüßungsschreiben des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. Er muss bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes eingelöst werden, ist nicht übertragbar und nicht in bar auszuzahlen. Die Idee entstand im Netzwerk Rund um die Geburt, in dem sich Mitarbeiterinnen der Geburtsklinik im Vivantes Klinikum Hellersdorf, der Abteilungen Gesundheit und Jugend des Bezirksamtes, aus Eltern- und Familientreffs der Kinder- und Jugendhilfezentrem sowie der Stadtteilzentren, der Erziehungs- und Familienberatungsstellen, der AG IPSE (Lokales Bündnis für Familie), Hebammen, Familienbegleiterinnen und einige Kinderärzte und Gynäkologen zusammengeschlossen haben. Das Konzept wurde beim Bezirksamt eingereicht und fand bei allen Mitgliedern Zustimmung. So werden für 2010 und 2011 jeweils 25.000 € bereitgestellt, weil es als eine sinnvolle Investition in die Zukunft des Bezirkes gesehen wird und erfolgreiche Prävention heute Folgekosten von morgen reduzieren hilft.
Die Eltern sind die Experten für ihr Kind! Mit dem Einlösen dieses Gutscheines können Sie ihre Elternkompetenzen noch mehr stärken, ihre Kinder noch besser verstehen lernen und deren Entwicklungsmöglichkeiten fördern. Über 20 Kooperationspartnerinnen stehen für Elternkurse, Babymassage, Sprechstunden für unruhige Babys u.a.m. an verschiedenen Orten im Bezirk zur Verfügung, um somit das Bindungsverhalten zwischen Eltern und Kind zu stärken. Eltern erfahren auf diese Weise Unterstützungsangebote, bevor sie in Notsituationen geraten und verlieren dadurch ihre Angst vor der Inanspruchnahme von Hilfeangeboten. Durch den Kurscharakter lernen Sie außerdem andere Eltern kennen und stellen fest, dass sie nicht allein sind. Das kann die Bildung von Eltern-Netzwerken befördern.
Mit dieser in Berlin bisher einmaligen Maßnahme leistet der Bezirk einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Familienfreundlichkeit in Marzahn-Hellersdorf.




Kommentar
Details
von Beate Krusche   |   25.04.2010 | 09:09
Ich finde diese Ideee des Elterngutscheines prinzipiell sehr gut. Aber wer löst ihn ein? Können Sie dazu schon etwas sagen? Sind es vor allem diese Eltern, die ihn wirklich brauchen, weil sie sonst nur wenig Anlaufpunkte haben oder sind es eher die Eltern, die sich ohnehin immer um die Belange ihrer Kinder kümmern. Ich habe diese Erfahrung bei Elternabenden, Elternsprechtagen, auch bei "Triple P", einem (positiven) Erziehungsprogramm gemacht. Meist nehmen nur die Eltern solche Angebote an, die nur wenig Probleme haben.
Wird gut gemeint auch gut gehen?
von BerlinFreckles   |   26.04.2010 | 20:26
Ja, diese Gedanken habe ich mir auch gemacht und einen Beitrag dazu auch hier auf der Seite eingestellt:  Link

Zielgruppe erreichen
von Moderation   |   27.04.2010 | 10:16
Liebe Teilnehmende,

inwiefern könnte Ihrer Meinung nach die eigentliche Zielgruppe besser erreicht und versorgt werden?

An welcher Stelle könnte angesetzt werden? Wie kann die ganze Familie miteinbezogen werden?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Zielgruppen erreichen
von Single-Dad-Berl in   |   27.04.2010 | 10:28
Nun, wie erreicht man diese Zielgruppen? Durch die, die am nächsten dran sind: Kinderärzte, kita und Schulen. Denn dieses Gutscheinsystem bedeutet ja eine Art erzieherischer Offenbarungseid der Eltern. Also wird dieser Gutschein freiwillig kaum angenommen werden.
Benennung
von Moderation   |   27.04.2010 | 10:53
Hallo Single-Dad-Berlin, liebe Teilnehmende,

könnte demnach das Problem in der Bezeichnung liegen?
Sollte das Angebot möglicherweise anders "verpackt" und in einen anderen Zusammenhang gestellt werden, um besser angenommen zu werden?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Umbenennung
von Single-Dad-Berl in   |   27.04.2010 | 11:38
Definieren wir mal ohne Umschweife diejenigen, die einen solchen Gutschein benötigen würden. Das sind vermutlich die, die erst mal einen Elternführerschein machen müssten, bevor sie sich reproduzieren.
Von Haushaltsführung kaum Ahnung, mit Hartz IV am Rande des Existenzsminimums und mit einem schreienden Kind total überfordert. Das typische Klischee eben, das uns durch diverse TV Formate wie die Tanzbärchen vorgeführt wird.
Hier ist in der Schule anzusetzen, denn viele Teenager wollen aus dem Trott von alkohol, Gewalt und vor sich hinvegitieren mit der Gründung einer eigenen Familie ausbrechen. Das sie aber in einer Endlosschleife landen, merken sie erst, wenn die Realität anders wird, als im TV vorgegaukelt.
Wie soll man Bildungsdefizit hier anders formulieren? Warum traut sich niemand, es offen auszusprechen? Umformulieren bedeutet, den Bürger ein Stück weiter zu entmündigen.
Investiert das Geld in eine Elternschule, wo man lernt, zu kochen, zu haushalten, bevor man Eltern wird.
Es ist leider nun mal so, dass jeder nach dem Staat schreit, wenn was in die Hose geht. Viele ehemalige DDR Bürger haben dieses Denken mit in die Einheit übernommen...die Partei wird es schon richten. Kindererziehung, Arbeit, Wohnung alles gab es vom Staat. Sich selber auf die Hinterfüsse zu stellen, das wird in vielen Elternhäusern nicht mehr gelehrt.
Also muss dieses Wissen wieder vermittelt werden.
Diese Realität ist brutal, da hilft leider kein aschönreden oder umverpacken...
Wir sind in der Konzeption des Familienbildungsgutscheins davon ausgegangen, dass er ein nützliches Angebot grundsätzlich für a l l e Eltern ist. Somit diskriminiert seine Inanspruchnahme niemanden. Und da er mit dem Begrüßungsschreiben des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes an a l l e frisch gebackenen Eltern nach Hause gesandt wird, diskriminiert auch der Erhalt des Gutscheins niemanden. Natürlich werden die besonders emsigen und engagierten Eltern den Gutschein als erstes einlösen. Aber die Eltern haben auch zwei Jahre Zeit, sich ein passendes Angebot aus der mitgesandten Liste auszusuchen. Wir bitten die Eltern im Anschluss an den Kurs um das Ausfüllen eines Fragebogens. Konkrete Aussagen darüber, welche Eltern denn nun die Gutscheine tatsächlich einlösen, können vielleicht in einem Jahr geben. Wir sind schon sehr gespannt.
Details
von Beate Krusche   |   27.04.2010 | 15:58
ich glaube, das "Problem" liegt nicht an der Bezeichnung oder der Verpackung. Bevor aber weiter an Lösungsvorschlägen "gebastelt" wird, würde ich erst abgewarten, wieviele (und welche?) Eltern diesen Gutschein tatsächlich einlösen. Alles weitere "Vorwegdiskutieren" ist doch nur reine Spekulation.
Herzliche Grüße,
Beate Krusche
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