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Väter in die Pflicht nehmen
von Wendula Strube 23.04.2010 | 09:52
Alleinerziehende Mütter gibt es in Berlin leider reichhaltig. Sie haben es sich in den allermeisten Fällen nicht ausgesucht, allein erziehend zu werden. Oftmals geht eine lange Beziehung der Eltern voraus oder die Eltern wollten eine Familie gründen, doch der Vater hat sich seine Lebensplanung anders vorgestellt und springt kurzfristig ab. Da es zu 90 % Mütter sind, die ihren Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut großziehen, spreche ich von Frauen. Die übrigen 10 % Mütter sind oft krank oder sonst nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern. Sie verlassen aber in den meisten Fällen ihre Kinder nicht mutwillig oder für immer. Väter, die alleinerziehend sind, wird sowieso geholfen. Evtl. gibt es einen natürlichen oder kulturhistorischen Hilfereflex Männern gegenüber. Am Ende bleibt ein Argument übrig: Zum Zeugen einer Frucht gehören immer zwei, zur modernen Familienplanung und zum Verhüten auch!

Das Leben der Mütter ist insgesamt anstrengend und schwer. Man muss sich vorstellen, wie es ist, wenn man rund um die Uhr keinen Ruhepol findet und womöglich keinen ebenbürtigen Gesprächspartner hat. Oft gibt es niemanden, der auf die Kinder abends aufpasst, so dass auch kein Ausgleich, wie Hobby, Theater, Sport oder dergleichen zur Schwerstarbeit möglich ist. Es ist ein ständiges Handling zwischen Kinder, Küche, Beruf, Telefonaten und Privatleben, sofern die Mutter das noch hat. Wie kann man daher Väter, die sich überhaupt nicht um ihren Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut kümmern, mehr in die Pflicht nehmen und zur Mitgestaltung in der Erziehung bewegen? Wir wissen längst, wie wichtig ein Vater als Vorbild für die alleingelassenen Kinder, insbesondere für Jungen, ist.

Meine These lautet daher, dass es bis Heute den Kindesvätern (KDV) viel zu leicht gemacht wird. Ein KDV muss sich, lt. jüngstem Urteil des - unser aller heiligen - Bundesgerichtshof (BGH), nicht um die Kinder kümmern. Man kann den KDV nicht dazu zwingen, so das Argument des BGH. Er hat aber vergleichsweise viel mehr Freizeit, als die Mutter. Ein KDV muss auch nicht unbedingt für seine eigenen Kinder finanziell aufkommen, hat aber meistens dennoch mehr Geld zur Verfügung, als die alleinerziehende Mutter mit den vernachlässigten Kindern. Ihm steht es gesetzmäßig verankert zu, einen Regelbetrag, der m. M. n. viel zu hoch ist, als Geringverdiener einzubehalten. Beantragt die alleinerziehende Mutter für den Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut des KDV darum den gesetzlichen Unterhaltsvorschuss, wird er staatlich subventioniert längstens 72 Monate aber nur bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres (das ist der Tag des 12. Geburtstages) gewährt. Nach Ablauf der Zeit, in der der Unterhaltsvorschuss gewährt wurde, kann die alleinerziehende Mutter mit dem Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut des KDV sehen, wo sie bleibt und das heißt leider meistens auf der Strecke. Den Gedanken an Karriere kann sie sich wohl oft stecken, wer will schon eine alleinerziehende Frau einstellen? Die Folge daraus ist, der Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut des KDV wächst in Armut und unter dem Frust der alleinerziehenden Mutter auf, die nicht auf Dauer ständig glänzen kann, auch wenn es der Playboy, die Brigitte und das Topfmodell Heidi Klump, so wollen. Wenn der Staat Glück hat, zahlt der KDV den Unterhaltsvorschuss seines Nachwuchses und eigen Fleisch und Blut später zurück, wenn nicht, ist es auch nicht weiter wild! Ist diese lässige Grundhaltung gegenüber dem KDV ein Rudiment aus vergangenen Zeiten, die der früheren Verachtung für Mütter obliegt, die sich von ihren Männern trennten oder unehelich Kinder zur Welt brachten und aus den alten Männerbünden entstanden? Ich meine, dass das der Grund für diese lässige Haltung ist.

Doch nun auch wieder zurück zur Verpflichtung, dass sich ein KDV um die Erziehung kümmern soll, sofern keine Gewalttat des KDV vorlag. Es muss eine verpflichtende Sache werden, dass die KDV in das Erziehungsboot mit hinein genommen werden, es gibt neben der Kapitänin auch noch den Steuermann. Von mir aus kann diese Verpflichtung zur Mithilfe in der Kindeserziehung auch mit Bußgeldern versehen und wenn gar nichts hilft, mit Haftstrafen durchgesetzt werden. Das passiert hinlänglich ab und an mit KDV, die die Rückzahlungsraten für den Unterhaltsvorschuss in Höhe von gerade mal 15,00 EUR mtl. (!) nicht aufbringen, die ihnen das Jugendamt anbietet, wenn das erwünscht ist. An der Stelle bleibt zu fragen, wie ein KDV bei mehreren Kindern jemals die Höhe der aufgelaufenen Beträge des Unterhaltsvorschuss mit 15,00 EUR abzahlen will? Änderungsanfragen nach mehr Einkommen des KDV bleiben aus, solange er seine Raten in Höhe von 15,00 EUR mtl. regelmäßig zahlt. Daher finde ich, dass die Verantwortung, die die KDV gegenüber den Kindern haben, viel Höher wertgeschätzt und erwartet werden muss, als das bisher geschieht.

Helft den Kinder, helft eurem Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut, helft den Müttern, die euren Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut großzieht. Das Geld und der „Zeitaufwand“ sind nicht für die Mütter, sondern für euren Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut. Ihr Kindesväter verbaut eurem Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut das spätere Leben. Hört endlich auf damit, der Frau, die euer Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut großzieht, das Leben noch schwerer zu machen, als es ist. Es trifft nicht die Mutter sondern euren Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut! Und Du Staat sieh' endlich hin, was diese Kindesväter mit unserem Nachwuchs anrichten. Du Staat, bist dafür verantwortlich, dass es unserem Nachwuchs und späteren Staatsbesitzern, Steuerzahlern, Staatsaufrechterhaltern und dem Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut der Kindesväter gut geht. Jedes Kind hat es verdient, geachtet zu werden. Dazu benötigt man neben finanziellen Mitteln, auch Zuwendung und Vorbilder und ganz sicher auch männliche Vorbilder! Ich fordere als Frau ein Recht auf Väter und Mütter, von mir aus auch als ein Grundrecht im GG.




Kommentar
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von Beate Krusche   |   23.04.2010 | 20:05
Liebe Frau Strube,
ich kann Ihren Frust und Ärger nachvollziehen, denn ich bin in einer ähnlicher Situation. Ich habe auch immer gedacht, dem Vater geht es besser, aber inzwischen empfinde ich es so, dass ich durch das Geschenk der Kinder "die besseren Karten" habe. Den Vater in die Pflicht zu nehmen, ist nicht so einfach. Ich kann ihn doch nicht zwingen, sich um die Kinder zu kümmern, außer zu zahlen. Es hat eine Weile bei mir gedauert, aber inzwischen bedaure ich ihn, weil er so viel aufgibt, was auch nie wieder nachzuholen ist. Mein Leben als vollberufstätige Mutter von drei Kindern ist auch kein Spaziergang und so viel Zeit für mich bleibt da auch nicht, aber es ist doch auch eine Frage der Organisation und vor allem Einstellung. Ich finde es auch nicht gut, dass manche Väter so "wegkommen", aber würden Sie Ihre Kinder einem Menschen geben wollen, der sie eigentlich gar nicht haben will? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auf diesem Gebiet der Sorgepflicht neben dem geregelten Sorgerecht keine Chance besteht, die Väter grundsätzlich in die Pflicht zu nehmen und organisiere mein Leben selbst. Bei mir ist es vordergründig eine Sache der Einstellung geworden. Herzliche Grüße, Beate Krusche
Liebe Frau Beate Krusche,
von Wendula Strube   |   23.04.2010 | 22:05
es geht hier nicht um meinen Frust oder Ärger, sondern um die nachhaltige Betreuung der Kinder und um die Folgen durch die Versäumnisse der Väter, die ihre Kinder im Stich lassen. Daraus resultieren Spätfolgen, die für die Kinder nie wieder aufzuholen sind und außerdem der Gesellschaft unheimlich hohe Folgekosten verursachen. Es geht mir darum, wie wir Frauen einen Weg finden, der nicht den Ärger durch noch mehr Arbeit verdrängt, sondern darum, dass gestandene Frauen den Kampf gegen die Altforderen aufnehmen und keine Kompromisse mehr zu Lasten der Kinder eingehen. Ich finde ihren Lebensmut und ihre Aufopferung für ihre Kinder sehr ehrwürdig, aber m. M. n. muss der Weg für Frauen nicht ein Weg des geringsten Widerstandes sein, der mit erheblichen Leibesübungen verbunden ist. Es ist an der Zeit neue Wege zu beschreiten, weil die Kinder darunter leiden, insbesondere Jungen. Wenn man z. B. die Initiationsriten bei heranwachsenden Jungen in Naturvölkern betrachtet, wird man sehr schnell begreifen, wer dafür zuständig ist. Es sind niemals die Frauen, die die heranwachsenden jungen Männer betreuen, sondern immer die Männer selbst, die sich um die Vorbildung ihrer Jungen kümmern. Jungen werden zu Männern, wenn man ihnen Männer als Vorbilder gibt. Niemals kann eine Frau einen Mann vorbilden, weil sie selbst keiner ist. Darum fordere ich o. g. Bußgelder und wenn die nicht fruchten, Haftstrafen ein, nicht aus eigenem Frust. Fast jede Frau kann locker alles alleine schaffen und es ist leichter keinen Kontakt mit dem Ex zu haben, sicher. Aber die Kinder können den Verlust, der ihnen der Vater bereitet, nicht verstehen und schon gar nicht kompensieren.
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von Beate Krusche   |   24.04.2010 | 12:12
Liebe Frau Strube,
lässt sich denn versäumte Liebe und Zeit der Väter durch Geld ausgleichen? Ich opfere mich gewiss nicht für meine Kinder auf, habe nur meine Einstellung geändert und sehe an meiner Lebenssituation viel Positives, weil es sich so leichter (er)leben lässt. Ich habe auch immer wieder versucht, den Vater meiner Kinder in die Pflicht (in Form von Gesprächen)zu nehmen und mich manches Mal geärgert, aber selbst wenn es zu Haftstrafen oder Bußgeldern kommen würde, wem wäre damit gedient? Ich bin auch der Meinung, dass die Lebensbilder ungerecht verteilt sein können. Meinen Söhnen würde ein männliches Vorbild gut tun, aber was hätten sie davon, wenn ihr Vater vorbestraft wäre oder ein Bußgeld zahlen müsste? An das Gewissen zu apellieren, lässt sich gesetzlich nicht regeln.
Viele Grüße,
Beate Krusche
Liebe Frau Beate Krusche,
von Wendula Strube   |   24.04.2010 | 13:26
Elternführerscheine wären manchmal, vor dem Zubettgehen, zum Wohle der daraus resultierenden Kinder angebracht.

Es geht hier um die Kinder und vor allem um Jungen, die vernachlässigt sind.

In jedem anderen Bereich ist es klar, dass bei der Verletzung von Pflichten und Gesetzen Bußgelder verhängt werden, warum nicht auch für die Vernachlässigung der Kinder? Außerdem denke ich sehr wohl, dass man gesetzlich geregelt „an das Gewissen…“appellieren könne, das tut man im Straßenverkehr in jeder Hinsicht. Sollte dem Vater die Verantwortung, die er seinem Nachwuchs und eigen Fleisch und Blut gegenüber haben wird, vor der Zeugung seines Kindes nicht klar sein, muss ihm die Gesellschaft dazu die entsprechende Nachschulung geben. Das ist wie mit der Herdplatte, jeder fasst nur einmal darauf, wenn sie glüht und anschließend weiß das Kind, dass es das nie wieder tun darf. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn der Vater, der nicht aktiv an der Erziehung beteiligt ist und sein Nachwuchs vernachlässigt, dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Warum sollte ich plötzlich davor die Augen verschließen und nicht einfordern, was den Kindern zusteht, ich bin ihre Stellvertreterin und muss eigentlich so handeln, so lange, bis sich die Gesetze ändern. Das wurde scheinbar bis Heute versäumt.

Bitte seien Sie mir nicht böse, aber ihr Unterbewusstsein veranlasst Sie, diese Kommentare zu schreiben. Ich frage Sie nun, was es wirklich ist, dass Sie bewegt diese Rolle einzunehmen und nicht gemeinsam mit mir am selben Strick zu ziehen? Ihre Kinder und unsere Gesellschaft würden davon profitieren. Und zu ihrer Frage, ob Geld „versäumte Liebe und Zeit der Väter…ausgleichen…“ könne, gebe ich ein klares Ja zur Antwort, denn das ist doch wohl das Mindeste, was der KDV für sein eigen Fleisch und Blut tun muss. Wie viel Geld investieren Sie täglich, wöchentlich, monatlich und jährlich, ja Jahrzehntelang in ihre Kinder? Können ihre Kinder ohne Geld existieren? Gerne dürfen auch Sachleistungen erbracht werden, aber auch die müssten vorher bezahlt werden. Wir leben nicht in einer Tauschgesellschaft, so ist es nun einmal.

Auch stellt sich die Frage warum der Unterhaltsvorschuss led. für 72 Monaten bis zum 12 Lebensjahr gewährt wird, wer und weshalb das Gesetz so erlassen wurde? Hier fehlt mir die Logik. Die einzige Erklärung kann nur sein, dass es Männer aus der Zeit, vor der Emanzipationsbewegung, die politisch meistens das Ruder hielten und sich nicht vorstellen konnten, dass Frauen allein sein und allein erziehen dürfen, gewesen sind. So lange existiert die in mancherlei Hinsicht vollzogene Gleichstellung der Frau ja noch nicht.
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von Beate Krusche   |   24.04.2010 | 15:57
Liebe Frau Strube,

ich bin Ihnen keinesfalls böse und ich ziehe viel mehr mit Ihnen an einem Strang, als es den Anschein hat. Ich leide keineswegs an Unterbewusstsein, habe Ihre Fragen bezüglich der Unterhaltspflicht im Gegensatz zum Unterhaltsrecht auch schon vor einigen Jahren geführt und Anfang des Jahres nochmal einen Versuch gestartet. Juristen und auch Vertreter vom Jugendamt sagten mir, dass es bislang keine Handhabe gibt, den Vater zu verpflichten. Andersherum kann er die Kinder "verlangen", wenn die Mutter sie nicht "herausgibt". Ich habe mich deshalb entschlossen, meine Energie auf anderem Gebiet anzuwenden. Z.B. wie kann ich meine Kindern begleiten, dass aus ihnen selbstständige Erwachsene werden. Da sehe ich momentan für mich den (politischen) Handlungsbedarf.
Herzliche Grüße, Beate Krusche
Polemik bitte ausschalten
von Single-Dad-Berl in   |   26.04.2010 | 19:41
So,so, den Vätern wird also immer geholfen, zumindest den allein erziehenden.
Aus welchem Märchenbuch ist das denn bitte abgeschrieben?
Allein erziehende Väter haben durchaus genauso gegen Bürokratie und Armut zu kämpfen. Ob sie unter Hartz IV gegen drohende Obdachlosigkeit kämpfen, weil die Wohnung vermeintlich zu teuer sei, oder um den Halbtagsjob und die Kinder unter einen Hut zu bekommen. Steuerlich wird man schön beschissen, wenn einem für den Verlust seines Arbeitsplatzes ein Taschengeld als Entschädigung angeboten wird. Unterhalt ist ebenfalls ein Fremdwort, genauso wie Kinderbetreuung oder dass einem Mann zugetraut wird, etwas anspruchsvolleres zu kochen, als einen Teller Spaghetti.
Also Polemik bitte ausschalten.
Fakt ist, dass wir im selben Boot sitzen.
Das Strafgesetzbuch sieht auch den Straftatbestand der Unterhaltspflichtverletzung vor. Doch wenn Jugendamt und Strafvervolgungsbehörden sich von vermeintlich vorgespielter Armut täuschen lassen...tja, dann sollten sie mal die Handschuhe ausziehen. Die Gesetze sind gut genug, nur die Umsetzung ist ungenügend.
Hier sollte man den zivilen Ungehorsam üben...
Auch ist das Thema Umgangsvereitelung auch zu berücksichtigen...90% der Männer haben wegen dieses Rosenkrieges spätestens nach 2 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern. Wenn man als Mann 6 Jahre um seine Kinder kämpfen musste, dann weiss man, wovon man(n) spricht...
By the way...wie wäre es, sich mit anderen allein Erziehenden zu formieren und zu organisieren? Ich sehe eine Menge Single-Börsen, aber keine Börsen für allein erziehende (Beispiel: suche Bohrmaschine mit Bediener, biete 2h Kinderbetreuung).
Sorry für mein lautes Denken...
Single-Dad von drei Töchtern
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von Beate Krusche   |   26.04.2010 | 19:59
Hej,
ich bin Ihrer Meinung, dass wir im selben Boot sitzen und vor allem habe ich an Ihrem Beitrag gesehen, wie schnell man (ich) von DEN Vätern spricht, ohne im Blick zu haben, dass es immer auch das andere Extrem gibt. Ich beziehe und bezog mich dabei aber stets nur auf meine Situation und Fakt ist, dass ich vom Jugendamt die Aussage bekam, "so einen Fall hatten wir noch nicht". Ich wollte die Unterhaltspflicht "einklagen", sprich, den Vater dazu bewegen, sich um unsere Kinder zu kümmern. In der Regel ist es doch so, dass die Kinder bei einem Elternteil sind und der andere wenig Möglichkeit hat, sie zu sehen, weil (meistens die Mutter) sie nicht "herausgibt". So gesehen sitzen wir also tatsächlich im selben Boot und ich stimme Ihnen auch zu, dass es zwar Gesetze gibt, es aber an der Umsetzung scheitert, weil sie manchmal nicht umsetzbar sind. Damit meine ich sowohl die Tatsache, dass ich den Vater meiner Kinder nicht zwingen kann, seine Kinder zu sehen als auch das "Aufgeben" des Elternteils, der den Kontakt wegen des hinterlassenen Rosenkrieges abbricht.
Herzliche Grüße,
Beate Krusche
back to the roots
von Single-Dad-Berl in   |   26.04.2010 | 21:25
also wir haben Konsens....wir sitzen im selben Boot. was also tun?
Ich lasse mich nicht nach Mahrzahn abschieben, weil es dort angemessenen Wohnraum gibt. Weil meine Kinder gehen in Steglitz auf sehr gute Schulen, die es so in Mahrzahn nicht gibt.
Ich habe Widerspruch eingelegt, Politiker angeschrieben, mich an die Presse gewandt. Ergebnis: Verständnislosigkeit, Ignoranz und pure Inkompetenz. Denn da wo Fachmann drauf steht, ist oft genug nicht Fachmann drin (z.B. Anwälte, die sich nicht wirklich anstrengen wollen). Ich habe angesichts drohender Obdachlosigkeit den Weg des zivilen Ungehorsams gewählt. Ich habe Frau von der Leyen angezeigt. Sie ist die disziplinarische Vorgesetzte dieser Jobcenter-Mitarbeiter und sollte für die verbale Diarrhoe ihrer Leute einstehen.
Wer meine Familie bedroht, wird mit zivilem Ungehorsam belohnt. Das sollten mehr Menschen tun, damit die Politiker merken, dass es so nicht weiter geht. Es kann nicht angehen, dass Menschen das Unvermögen der Politik auf ihrem Rücken austragen sollen.
Hier sollten wir zusammen stehen und laut werden. Internetdiskussionen bringen da herzlich wenig...
@Single-Dad-Berl in und @ Beate Krusche
von Wendula Strube   |   27.04.2010 | 09:20
90 % aller alleinerziehenden sind Mütter und nein, Frau Krusche, nicht die meisten Frauen geben ihre Kinder nicht heraus, sondern einige wenige. Oft ist wohl das Desinteresse des KDV Schuld daran, dass die Kinder keinen Vater mehr haben, weil das Leben ohne Verantwortung richtig Spaß macht und leichter für sie ist. Warum stellen Sie sich wieder auf die Seite der Männer, nur weil einer schreibt, dass er in Not ist. Genau das ist es, was ich meine, dass Männern die Hilfe quasi in den Schoß fällt. Es ist leichter sich mit dem Unterdrücker zu verbünden, als ihn zu bekämpfen. Und wenn Du ihn nicht besiegen kannst, dann schließe Dich ihm an. So ungefähr ist die Situation von vielen Frauen besser zu ertragen.

@Single-Dad-Berl in

Ich gehe davon aus, dass Männer und männliche alleinerziehende immer die bessere Lobby haben, darum rede ich von und für Frauen. Sie sind vorwiegend die Verliererinnen der Gesellschaft, was vor allem die Finanzen betrifft, Männer nicht.

Den Weg, den Sie beschreiten ist richtig, aber ehrlich gesagt, interessiert mich mehr die Frage, warum der Unterhaltsvorschuss nur 72 Monate gezahlt wird. Ich weiß auch, dass es durchaus von Nutzen ist, im Internet zu diskutieren, weil einmal Niedergeschriebenes nicht mehr zurückgenommen werden kann und von irgend jemanden weiter diskutiert wird. Und nein, wir sitzen nicht in jeder Hinsicht im selben Boot.

Doch nun auch wieder zurück zur Verpflichtung, dass sich ein KDV um die Erziehung kümmern soll. Von mir aus kann diese Verpflichtung zur Mithilfe in der Kindeserziehung auch mit Bußgeldern versehen und wenn gar nichts hilft, mit Haftstrafen durchgesetzt werden. die Verantwortung, die die KDV gegenüber den Kindern haben, muss viel Höher wertgeschätzt und erwartet werden, als das bisher geschieht. Ich fordere als Frau ein Recht auf Väter und Mütter, von mir aus auch als ein Grundrecht im GG.
bitte sachlich bleiben
von Moderation   |   27.04.2010 | 09:27
Hallo Frau Strube,

auch wenn es sich hierbei um ein sehr emotionales Tghema handelt, möchte ich Sie dennoch bitten, sachlich zu bleiben und von persönlichen Angriffen abzusehen.

Bitte beachten Sie im Sinne einer konstruktiven Atmosphäre unsere hier geltenden Spielregeln ( https://www.zusammenleben-in-berlin.depage6.html ).

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Väter in die Pflicht nehmen
von Single-Dad-Berl in   |   27.04.2010 | 09:50
manchmal ist es besser, wenn Kinder ihre Väter nicht mehr sehen. Wir Erwachsenen neigen dazu, unsere Kinder zu mißbrauchen...wir mißbrauchen sie als Spione (hat Mama/Papa eine neue Freund/in), als Agitatoren (Mama/Papa ist schon immer schlecht gewesen) und als Müllhalde (Mama/Papa ist ein A...mit Ohren, weil...). wir verlangen von den Kindern Bewertungen und "Farbe-Bekennen" ab. Damit überfordern wir die Kinder...
dass wir selber dann noch auf der Verliererseite stehen, weil uns das System Dinge abverlangt, die eigentlich unmöglich sind (wir haben laut SGB II die Pflicht, jede zumutbare Arbeit anzunehmen, auch wenn wir dadurch die Kinder sich selbst überlassen müssen), dann sollten wir versuchen, dieses falsche System zu ändern und hier nicht einen von Vorurteilen geprägten Geschlechterkampf auszutragen.
Es gab Gründe für die Trennung, dazu gehören in der Regel immer zwei, auch wenn es manchmal drei sind. Anstatt uns auszutauschen über Erfahrungen, Mittel und Wege, zerfleischen wir uns....die da oben.... diese Rabenväter...usw.
Ich will es nicht abstreiten, dass es Männer gibt, deren einziger Beitrag zur Kindererziehung ihr Samenverlust war. Diese Männer wird man in diesem Forum kaum finden.
Was also tun? Wir sehen immer wieder die Meinungsmache, dass Frauen es ja bequem haben, wenn sie sich schwängern lassen, um nicht arbeiten gehen zu müssen. Genauso die Meinungsmache, dass Männer wie Schmetterlinge von einer schönen Blume zur nächsten fliegen und das mit ihrem genetischen Auftrag zu entschuldigen versuchen. Männer bekommt man nicht mit Gesetzen erzogen, sondern durch Vorbilder. Hier sollte die Erziehung viel früher greifen. Wir sollten unseren Kindern vorleben, wie wichtig Familie ist und wie wichtig Konfliktlösung und bewältigung ist. Aber leider wird einem die Flucht zu einfach gemacht. man geht zum Anwalt und reicht die Scheidung ein. Früher war es ein tabu und man galt gesellschaftlich als geschiedene(r) gebrandmarkt. Heute...? sehen wir doch mal in die Schulklassen hinein. Der überwiegende Teil allein erziehend, einige wenige Verheiratete, die aber ihre Kinder wegen der Jagd nach dem Geld vernachlässigen müssen. Aber auch andere, denen der Macho anerzogen wird, wo Haushalt Frauensache ist und ein weibliches Familienmitglied nichts zu sagen hat....aus vermeintlicher Tradition heraus.
Was also leben wir unserern Kindern vor?
Hier ist der Ansatz zu suchen. Die s funktioniert jedoch nur, wenn man als Alleinerziehender nicht automatisch in die Armut gedrängt wird, egal ob Männlein oder Weiblein...
MfG
Single-Dad-Berlin
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von Beate Krusche   |   27.04.2010 | 17:38
Liebe Frau Strube,
ich meinte auch nicht, dass die meisten Frauen die Kinder nicht "herausgeben", sondern dass es eher die Frauen sind, die die Kinder nicht hergeben und die Väter darum kämpfen, statt das Einklagen der Frauen auf Unterhaltspflicht außerhalb des gezahlten Unterhalts. Der Unterschied ergibt sich aus der Formulierung. Bei dieser ganzen Diskussion habe ich für mich entschieden, nicht alle über einen Kamm zu scheren. Es gibt ja auch Männer, die sich kümmern und es gibt auch Frauen, die.........Es sind meiner Meinung nach nicht IMMER die Männer, denen alles "in den Schoß" fällt und sind auch nicht IMMER die Frauen, die die Last zu tragen haben. Ich würde mir auch eine gleichberechtigte Erziehung wünschen, sehe aber nach wie vor keine Möglichkeit, diese durch Gesetze umzusetzen. Ich frage mich: Was haben meine Kinder davon, wenn der Vater in Haft ist oder ein Bußgeld bezahlen muss?
Herzliche Grüße,
Beate Krusche
Emanzipiert Euch endlich!
von emanzipation_je tzt   |   03.05.2010 | 14:21
Toll! Haben sich die hier schreibenden Mütter mal überlegt wie sie zu ihren kindern gekommen sind? Wahrscheinlich durch das Maria-Prinzip!!! Ihr habt Euch diese Väter selbst ausgesucht und bestimmt habt ihr ordentlich die alleinige Sorge beantragt, damit ihr eure Kinder ganz alleine grossziehen könnt, ohne jemanden zu fragen, gar nicht den dummen dummen daddy. Und dann kann Frau auch viel besser jammern!

Und warum ist das alles so ein Krieg? Warum gibt es kein friedvolles auseinandergehen mit gemeinsamer Verantwortung?

Die Gesetze sind es nicht, es sind die Personen die in diesen Bereichen arbeiten: Frauen! Das klingt hart, aber jeder der einmal mit dieser "Industrie" der Trennungsmaschinerie zu tun hatte, weiss, dass die Emanzipation des weiblichen Geschlechts irgendwie schief gelaufen ist. Warum nur wiederholen sich hier alle Fehler, weswegen sich die Frauen emanzipiert haben? Weil die einzige sinnvolle Emanzipation die der Geschlechter ist. Und dazu sind die (emanzipierten) Frauen offensichtlich nicht bereit.
Das Kindeswohl in Deutschland ist von einem braunrechts orientiertem Ideal durchzogen: Verteidigt wird es aber von den Frauen. Warum nur? Deutschlands Justiz verstösst in unzähligen Urteilen gegen die Gesetze unseres Landes und in vielen Fällen gegen die Menschenrechte, noch öfter gegen die Kinderrechte.
Was bringt es, wenn die vielen von Trennung betroffenen auf diese Art negative Erfahrungen mit ihrem Staat machen?
Es bringt keine Steuern, keine glücklichen Kinder und es zeigt, wo wir stehen: Ein verkrusteter Staat, der sich nach 60 Jahren immer noch nicht erneuert hat, im innersten, im Wertegefüge der Familien — aber dafür führen wir ja wieder Krieg! Und die, die nicht hin dürfen, machen sich den Krieg eben im eigenen zu Hause. Jammer Jammer Jammer...
Bitte keine Verallgemeinerungen
von Moderation   |   03.05.2010 | 14:47
Hallo emanzipation_jetzt,

ich möchte Sie trotz des sehr emotionalen Themas bitten, von Verallgemeinerungen abzusehen, bei denen ganze Bevölkerungsgruppen - wie zum Beispiel "die Frauen" oder "die Männer" - unter Generalverdacht gestellt werden.

Dies entspricht nicht den hier geltenden Regeln (  Link )und trägt nicht zu einer
konstruktiven Gesprächsatmosphäre bei.

Wie stellen Sie sich eine Verbesserung der Lage vor und inwiefern sollte hier genau die Rechtslage verbessert werden?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Mütter in die Pflicht nehmen
von emanzipation_je tzt   |   03.05.2010 | 18:08
Liebe/r B. Hohberg,
was eine seltsame Ermahnung, sind Kindesväter nun keine Bevölkerungsgruppe und enthalten die anderen Beiträge nicht genau solche Allgemeinplätze? Aber immerhin, es war mein Ziel in dieser "Schlacht" darauf aufmerksam zu machen, wie verhärtet die Fronten sind. Das hat geklappt.
Was besser werden kann, fragen Sie? Wir haben zum Teil wirklich tolle Gesetze. Aber im Familienrecht scheinen sie nicht wirksam zu werden. Deutlich wird es doch, wenn man sich ansieht, was die Europäischen Gerichte (besonders) zu den Berliner Gerichtsurteilen sagen: Sie liegen weit ausserhalb einer Europäischen Idee des Familienrechts, da die Rechssprechung in Deutschland die Kernidee ablehnt. Die Richter hingegen möchten sich selbst nach einer solchen Klatsche nicht ändern.
Deshalb gilt leider in Berlin der verheerende Grundsatz: Kinder die beim Jugendamt oder beim Familiengericht landen haben verloren (Ausnahmen gibt es sicher!). Schuld daran sind die Eltern, B E I D E, denn jeder in dieser Stadt kann es wissen, wie in Behörden und bei Gericht gearbeitet wird. Deshalb soll es auch veröffentlicht sein!

Die Verbesserung ist ganz einfach: Anwendung des Grundgesetzes. Alle Menschen sind Gleichgestellt, Gleichberechtigt und mit Würde zu behandeln. Alle richten sich nach Kinderrechtskonvention.

Im übrigen gibt es viele Modelle wie sich das Problem ändern lässt, auch das Probem der unzufriedenen Mütter. Dann würde es aber für das Innehaben eines Geschlechts bald auch keine Subventionen mehr geben. Und manchmal, nur manchmal möchte der Eindruck entstehen, dass sich deshalb nichts ändert... ?

Jedenfalls wird zusammenleben-in-berlin.de die wahren Probleme nicht lösen, aber es ist schön, das Sie diesmal das Ranking-System aufgelöst haben.
Ihr Artikel, Frau Strube, verfehlt leider das Ziel, nämlich kindgerechte Lösungen bei Trennung der Eltern anzubieten, Ihre geringschätzende Verallgemeinerung gegenüber Vätern teile ich nicht und ist wenig hilfreich. An den Verläufen sind immer zwei beteiligt. Daher ist ein möglicher Lösungsvorschlag, es wie in Dänemark zu machen. Da wird den Strittigen gesagt, einigt euch innerhalb eines Jahres, ansonsten werden der Umgang und die Unterhaltskosten zu gleichen Teilen aufgeteilt. So schnell und einfach kann das gehen und führt zu weniger Stress zwischen den Eltern, was dem Kindeswohl sicher zu Gute kommt. Viel weniger Staat, weniger Gerichtsprozesse und einvernehmliche Lösungen der Eltern in der beide in der Pflicht sind, das wäre doch ein Fortschritt.
Auwaia und Thema verfehlt.

Es geht hier um die Kinder, die auf ihre Väter verzichten müssen, weil die Väter sich ihnen verweigern und nichts anderes. Davon gibt es genügend Beispiele., fragen Sie doch mal in Psychotherapeutischen Praxen nach, sie werden es ihnen sicherlich bestätigen, dass es sehr oft der Vater ist, der sich nicht kümmern will. Das einzig Neue ist vielleicht, dass eine Mutter darauf öffentlich hinweist und gegeben hat, die sich dagegen auflehnt und den Vater verpflichtend einbinden will. Unter Umständen auch mit Bußgeld und Haft.

Jedes Kind hat einen Vater und eine Mutter verdient!
Atmosphäre: Trennung mit Stil
von emanzipation_je tzt   |   05.05.2010 | 15:04
OK, es gibt Schweinehunde (und Hündinnen).
Aber oftmals hat sich ja eine oder einer eben diese diese/n ausgesucht.

OK, Trennung macht in den seltensten Fällen schön und Weise, aber meistens bleiben die Leute wie sie sind. Immer.

Trennung mit Stil, dass ist der Lifestyle von heute. 5 Kinder von 6 Müttern. Und alle sind gut drauf. und wenn ordentlich gepatchworked wird, dann kann sich auch niemand so leicht daneben benehmen, weil sonst nämlich der/die Ex dem Exex der spinnt aif die Füsse tritt, weil die Kinder ja schliesslich zusammen auskommen müssen.

Viele intelektuelle Individuen versuchen der sozialen Kontrolle der Familie zu entfliehen, indem sie die Lösung in einer neuen Partnerschaft suchen — viele vergessen dabei, dass ihre sozial Abhängigkeit dadurch jedoch ständig größer wird und vielfältiger.

Mann oder Frau sind nicht nur mehr auf einen Partner angewiesen - puh ist er gut drauf oder nicht - sondern auf viele...

Das ist das Paradox der Trennung. Dehalb ist auch was wahres an dem Satz: Mit Kindern kann man sich nur einmal trennen. Danach wird die Familie nur größer.
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