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Verbesserungen an Kitas
von Oliver 03.05.2010 | 11:38
Viele haben es in diesem Forum bereits geäußert und doch möchte auch ich nochmals Verbesserungen an Kitas in Berlin einfordern, da die derzeitige Situation für Eltern und Kinder unbefriedigend ist.

Meine Wünsche sind die Abschaffung der Kita-Gebühr für alle Jahrgangsstufen, die deutliche Verbesserung des Betreuungsschlüssels und eine bessere Qualifizierung und Bezahlung von Erziehern und Erzieherinnen.

Wir sind mit unserem kleinen Sohn vor über einem Jahr von Prenzlauer Berg nach Zehlendorf gezogen und haben somit inzwischen schon Einrichtungen in verschiedenen Stadtteilen kennen gelernt. Zunächst hatten wir uns für eine Tagesmutter in Mitte entschieden, da uns das am familiärsten erschien. Dort hatten wir aber sehr schnell abbrechen müssen, da es diverse Missstände gab. Unter anderem wurden mehr Kinder betreut als erlaubt. Das Jugendamt hatten wir informiert. Die machten dann einen pro-forma Besuch bei der Tagesmutter so früh morgens, dass nur ein Bruchteil der Kinder vor Ort war und sie so nicht feststellen konnten, dass mehr Kinder als erlaubt betreut wurden. Nachdem wir dort abgebrochen hatten, suchten wir im Prenzlauer Berg. So kurzfristig gab es für unseren Sohn aber keinen Platz, so dass erstmal die Schwiegermutter aus Hamburg anreisen musste um uns zu helfen. Wir wurden dann im Wedding (nicht gerade um die Ecke!!) fündig, wo wir für unseren Sohn eine sympathische Initiativkita mit zwei Erzieherinnen fanden. Die Kita dort war zwar grundsätzlich sympathisch, allerdings waren ständig die Erzieherinnen krank, so dass die Kita häufig geschlossen blieb oder Eltern ersatzweise in den Randzeiten auf die Kinder aufpassen mussten. Wenn beide Eltern berufstätig sind, ist das ein Albtraum! Dann zogen wir nach Zehlendorf (nicht wegen der Kita), aber tatsächlich war es ein angenehmer Nebeneffekt, dass wir in Friedenau dann eine Kita gefunden haben, wo wir rundum zufrieden sind. Allerdings finden wir auch hier immer noch, dass der staatlich vorgegebene Betreuungsschlüssel eigentlich nicht für eine gute Betreuung und Förderung des Kindes ausreichend ist und verbessert werden muss.

Nun noch zu meiner letzten Forderung nach Abschaffung der Kita-Gebühren: Wenn beide Eltern Vollzeit berufstätig sind, wird in Berlin sehr schnell sehr viel Geld für die Bezahlung der Kita fällig, denn die Gebühren sind ja einkommensabhängig. Das klingt zunächst einmal fair, dass diejenigen die mehr verdienen auch mehr zahlen müssen, aber die Relation scheint mir ungerecht. In unserem Fall zahlen wir für die Kita eine zweite Miete. Da bleibt auch als Doppelverdiener nicht mehr viel zum Sparen und ein zweites Kind wäre unter diesen Gesichtspunkten eine echte finanzielle Herausforderung. Dabei ist es schon schwer genug, Job und Familie unter einen Hut zu bringen, wenn beide arbeiten. Hier fühlen wir uns gleich doppelt benachteiligt. Zudem scheint es so, dass die Kita-Gebühr einmalig berechnet und dann nicht mehr überprüft wird. So kommt es, dass manche Eltern zwar das gleiche Einkommen haben wie wir, aber deutlich weniger zahlen, weil sie zum Zeitpunkt der Anmeldung des Kindes in der Kita noch Studenten waren und wir schon berufstätig. Da wäre es aus unserer Sicht am einfachsten und gerechtesten, wenn man die Kita-Gebühren einfach gleich ganz abschaffen würde. Schließlich sind es die Kinder von heute, die morgen unsere Steuern und unsere Renten zahlen werden und dafür dann so zur Kasse gebeten zu werden ist einfach nicht fair (zumal man in den meisten Kommunen Deutschlands deutlich weniger als in Berlin bezahlen muss, in manchen sogar gar nichts).




Kommentar
Ja, Oliver,
weitere Verbesserungen sind notwendig. Das im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossene Volksbegehren-Kita vom Landeselternausschuss Kita in Berlin ( LEAK) war die richtige Richtung und schafft knapp 2000 sozialpädagogische Fachkräfte mehr in den Kitas bis 1.1.2011. Auch der Anspruch auf Teilzeitplätze sprich 7 Std. für die Kinder, statt der Halbtagsplätze von 4-5 Std., verbessert sich bis 2013, auch für das erste Kita-Jahr. Doch das alles reicht auch nicht aus, um eine optimale frühkindliche Förderung und Erziehung zu gewährleisten. Das Dreifache dieser jetzt von Berliner Eltern erstrittenen Verbesserungen wären wünschenswert und erforderlich. Daher braucht das Land immer wieder engagierte Eltern, die sich für die Interessen und Rechte ihrer Kinder in den politschen Gremien, wie dem Landeselternausschuss Kita ( LEAK) und den Bezirkselternauschussen ( BEAK), stark machen.
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