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Segregation in Berlin
von Familienglück 10.05.2010 | 09:55
Hallo Herr Prof. Uslucan,

in Berlin beobachtet man in bestimmten Kiezen statt einer Durchmischung eine immer stärker werdende Trennung der Kulturen. In Neukölln leben Menschen mit türkischer und arabischer Herkunft, in Spandau Bürger mit russischem Migrationshintergrund. Wie kann es zukünftig besser gelingen, ein Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in den Kiezen zu erhalten?




Kommentar
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von Prof. Dr. Uslucan   |   10.05.2010 | 10:10
In der Tat ist diese Beobachtung nicht zu verleugnen. Und eine starke Segregation ist sowohl für Migranten als auch für Einheimische schädlich; für die einen, weil sie dadurch noch weniger integriert sind, und für die anderen, weil dadurch die Vorurteile und Fehlwahrnehmungen sich stärker ausbilden können und vorhandene (durch den geringen Kontakt) nicht revidiert werden können.
Jedoch muss man hier bedenken, dass diese räumliche Segregation nicht immer ein von Migranten individuell gesteuerter Akt ist, sondern auch mit städtebaulischen und wohnungspolitischen Massnahmen zu tun hat.
Qualitativ geringer wertige Areale werden sowohl von der deutschen Mittelschicht als auch von sozialen Aufsteigern (von Migranten) verlassen; in die frei werdenden Wohnungen ziehen dann selten ein deutsches Lehrerpaar oder ein türkischer Ingenieur etc. ein, sondern eher Menschen aus den unteren Einkommensgrenzen oder Empfänger von Transferleistungen; und diese sind überzufällig häufig Migranten. Da muss die Politik alle Areale der Stadt zum einen attraktiv gestalten, zum anderen auch für bezahlbaren Wohnraum sorgen.
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