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Verbesserungen für Betreuungsangebote
» Beteiligte
Familienglück, SingleParent, juhba, emily_shoe, glynt, Oliver, Charly, tessa, semi


» Kurzbeschreibung
Berlin ist bei der Betreuung ein Vorreiter im bundesweiten Vergleich. Die Teilnehmenden haben noch einige Vorschläge, wie dieses Angebot der Hort-, Kita- und Tagesmutterplätze noch optimiert werden könnte.


» Langfassung
Umgestaltung der Hortbetreuung

Auch wenn Berlin im bundesweiten Vergleich ein wichtiger Vorreiter ist, so wäre die derzeitige Gestaltung der Hortbettreuung immer noch sehr unterschiedlich und verliere sich häufig in Angeboten der Freizeitgestaltung. Zudem seien Kinder und Eltern die sich für ein grundständiges Gymnasium entschieden hätten gänzlich von der Betreuung ausgeschlossen. Hier müsste sich Berlin noch weiterentwickeln.

Auch müsse das Alter der hortberechtigten Kinder angehoben werden, da es sehr viele Kinder gäbe, die den Hort noch gerne besuchen würden, anstatt alleine zu Hause zu sein oder auf der Straße zu sitzen, aber ihn auf Grund des Alters nicht mehr besuchen können.

Mehr Kitaplätze

Das Angebot an Kitaplätzen sei gut aber viel zu gering. Es wäre sehr schwer, überhaupt einen Kitaplatz zu bekommen. Man müsse schon vor der Geburt des Kindes mit der Suche nach einem Platz kümmern. Auch wenn das Bötzowviertel grundsätzlich ein kinder- und familienfreundlicher Bezirk sei, so wären Kitaplätze absolute Mangelware.

Darüber hinaus würden einige Kitas nur Kinder nehmen, die einen Gutschein für Vollzeitbetreuung haben. Wenn ein Elternteil dabei in Teilzeit arbeitet und vom Jugendamt weniger Stunden bewilligt bekommt, könne man von der Kita nicht genommen werden, weil mit dem Geld die Personalkosten nicht gedeckt werden können.


Tagesmütter und mangelndes Pflegestellengeld

Ein weiteres Problem sei die Situation der Tagesmütter, die sich selbständig gemacht hätten. Die Tagesmütter, die Familien mit durchschnittlichem Einkommen die Kinderbetreuung ermöglichen würden, bekämen oft vom Jugendamt die Information, dass es nicht genügend Geld für Pflegestellen gäbe. Damit müssen die Tagesmütter ihre Betreuung ohne Kita-Gutschein anbieten und dieses könnten sich dann nur noch sehr gut verdienende Familien leisten. Denn auch mit steuerlichen Vergünstigungen müsste eine Familie ohne Kita-Gutschein 1.200 bis 1.600 Euro monatlich an die Tagesmutter zahlen.

Überfüllung der Gruppen

Ein weiteres Problem sind die überfüllten Gruppen in den Kita's. Dadurch würden viele Kinder „untergehen“ und bekämen keine Aufmerksamkeit, welche in dem Alter sehr wichtig sei. Außerdem würde die Überfüllung auch die Lernfreude der Kinder dämmen.

Abschaffung der Kitagebühr

Auch wenn das letzte Jahr in der Kita vor der Einschulung gebührenfrei ist, so ist es dennoch ein Problem, dass regulär frühzeitig eingeschulte Kinder nicht davon betroffen sind. Wünschenswert wäre dabei eine klare öffentliche Stellungsnahme zu dem Thema um die Frage nach der Benachteiligung klären zu könne.

Dabei befürworten einige eine vollkommene Abschaffung der Kitagebühren. Bei vollberufstätigen Eltern müsse sehr viel Geld für die Kita bezahlt werden, da die Gebühren einkommensabhängig sind. Allerdings wären die Gebühren in diesem Falle so hoch, dass es auch für Doppelverdiener eine finanzielle Herausforderung sei. Dabei könne man auch nicht an weitere Kinder denken. Zudem gäbe es den Eindruck, dass die Kitagebühr nur einmalig berechnet werden würde und so einige Eltern weniger zahlen obwohl sie das gleiche wie andere Eltern verdienen. Das jedoch liege daran, dass sie bei der einmaligen Gebührermittlung noch Studenten gewesen wären und noch nicht berufstätig. Außerdem zahle man in Berlin weitaus mehr als in anderen Städten Deutschlands.
Daher wäre es am familienfreundlichsten und am gerechtesten, die Kita-Gebühr abzuschaffen.

Weitere Verbesserungen sind notwendig

Auch wenn bis 1.01.2011 fast 2000 neue sozialpädagogische Fachkräfte eingestellt werden und auch der Anspruch auf Teilzeitplätze bis 2013 sich verbessern wird, so sei trotzdem eine weitere frühkindliche Förderung und Erziehung in den Kitas optimierungswürdig. Daher wären weitere engagierte Eltern, die sich im Landeselternausschuss Kita (LEAK) oder Bezirkselternausschuss (BEAK) weiterhin für ihre Kinder einsetzen, unentbehrlich.

Familienfreundlichkeit betrifft auch die ältere Generation

Des Weiteren wurde darüber diskutiert, dass auch Jugendliche ein besseres Angebot zur Förderung ihrer Entwicklung bekommen sollten. Allerdings vergesse man oft auch die ältere Generation. Familienfreundlichkeit sollte in jeder Alterslage besprochen werden. Für die ältere Generation könnten dabei Themen wie die Pflegesituation oder die wohnortnahe Versorgung angesprochen werden.
Zudem wäre es wichtig die älteren Mitmenschen wieder mehr in die Gesellschaft zu integrieren um ihnen das Gefühl zu vermitteln gebraucht zu werden. Dabei gäbe es sehr viele Möglichkeiten der Integration. Es gäbe bereits Projekte wie Lese(groß)mütter oder Lesebegleiterinnen. An einer Schule gäbe es sogar einen speziellen „Oma und Opa-Tag“, wo sich Großeltern um ihre Enkelkindern bemühen. Dadurch können Kinder eine besondere Beziehung aufbauen und auch viel von den Großeltern lernen aber auch die Großeltern könnten dadurch „jung bleiben“ und könnten sich auch Rat holen, wie zum Beispiel bei Computerfragen.
Familienfreundlichkeit würde einfach bedeuten, dass die Familie gerne hilft und einen Ausgleich schafft, wenn es z.B. einen krankheitsbedingten Ausfall, einen Stundenausfall in der Schule bei gleichzeitiger Berufstätigkeit der Eltern o.ä. gibt.

Familienfreundlichere Unternehmen?

Nach Meinung des BMFSFJ Newsletters sind für fast 60% der Unternehmen familienfreundliche Angebote ein zentraler Bestandteil der Personalentwicklung. Auch trotz der Wirtschaftskrise habe die Familienfreundlichkeit in den Unternehmen das gleiche hohe Niveau wie im Jahr 2006.

Immer mehr Unternehmen würden auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ihrer Beschäftigten unterstützen. In fast 35% aller Unternehmen können die Mitarbeiter ihre Arbeit unterbrechen. Zudem hätte fast jedes elfte Unternehmen finanzielle und anderweitige Angebote für Kurzzeitpflege oder Pflegedienste.
Die Motive der familienfreundlichen Maßnahmen würden genau widerspiegeln, dass die Unternehmen sich der Bedeutung ihrer Beschäftigten für den Unternehmenserfolg bewusst seien.

Des Weiteren wären flexiblere Arbeitszeiten, oder die Möglichkeit auch von zu Hause aus arbeiten zu können, z.B. wenn Kinder krank sind, wünschenswert. Außerdem wären Betreuungskindergärten und -horte in Unternehmen selbst sehr gut für berufstätige Väter und Mütter, da sie dadurch vor allem viel Zeit einsparen könnten.




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