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Was bedeutet für Sie familienfreundliches Wohnen?
von Moderation 29.04.2010 | 09:32

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

an der einen und anderen Stelle wurde hier das familienfreundliche Wohnen thematisiert. Folgende Aspekte wurden bisher angesprochen:

Familienfreundlicher Standard für Neubauten

Es wird vorgeschlagen, dass Wohnungen von Anfang an familienfreundlich gestaltet werden sollten. Neubauten sollen grundsätzlich mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen oder Laufräder ausgestattet werden. Auch die Ausstattung in der Wohnung könnte mit Hilfe einer Vorschrift kindersicher gemacht werden. So sollte es einen Standard geben, der kindersichere Treppengeländer, Steckdosen, Fenster und Herd vorschreibt.

Ausgewogenheit von Wohnraum und Grünflächen

Es wird jedoch auch gefragt, wie viel Wohnraum die Stadt eigentlich bräuchte, da Anfang März mit der Kolonie Württemberg einen der letzten Kleingartensiedlungen geschlossen wurde. Für neue Wohnungen verschwinden Naturidyll und gute Luft. Auch diese Ausgewogenheit zwischen Wohnraum und Grünflächen wäre wiederum ein großer Faktor für die Familienfreundlichkeit.

Beispiele:

Als besonders positive Beispiele wurden bisher Prenzlauer Berg mit seine vielen Spielplätze, Schulen und kinderfreundlich Geschäften sowie die familienfreundliche und verkehrsberuhigte Gartenstadt Düppel genannt.

Was bedeutet für Sie familienfreundliches Wohnen? Was ist Ihnen wichtig? Wie empfinden Sie Ihr eigenes Quartier? Was läuft da gut und was nicht?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)




Kommentar
Wohnen für Familien
von Single-Dad-Berl in   |   29.04.2010 | 10:20
Der Ansatz, Wohnungen so zu gestalten, dass sich Familien wohl fühlen, ist lobenswert. Breitere Parkbuchten (damit man auch mal ein Kind im Kindersitz anschnallen kann, ohne das Nachbarauto zu zerdellern), größere Keller (Kinderspielzeug, Winterklamotten für den nächsten Flohmarkt wollen gelagert werden), größere Fahrradkeller (bei uns wohnen 6 Mietparteien mit gesamt 8 Kindern und einem Fahrradkeller von 3x3m)wären im Keller schon mal nicht schlecht. Familien müssen mehr schleppen. Schon mal Getränke für eine 5 köpfige Familie aus der Tiefgarage in den 3. Stock geschleppt (gleiches gilt für Kinderwagen)? Anfang der 30er Jahre gab es Hydraulik-Aufzüge, die mit Wasser betrieben wurden. Die wären im Prinzip billiger und umweltschonender als die heutigen Aufzüge. Solche Dinge liessen sich auch als Anbau nachträglich aufrüsten.
Zwei Bäder mit Doppelwaschbecken und ordentlicher Belüftung sind ebenfalls wünschenswert wie Fenster mit Verriegelungsknopf, damit die kleinen Racker nicht selber das Fenster öffnen können. Vorrichtungen (Haken) am Balkon angebracht, an denen man Netze befestigen kann, damit Mietzekatze und Racker nicht den Freifugschein machen wären auch sinnvoll.
Bei der Planung sind auch solche Dinge wichtig: Trittschallschutz und die Wahl des richtigen Bodenbelages. Es gibt nichts Schlimmeres, wenn dem Nachbarn beim Zubettgehen nachts um halb zwei das Klimpergeld aus der Hose auf den nicht schallisolierten Laminatboden fällt oder die Racker von unten Sonntagmorgen um 7 Uhr Rennen mit dem Bobbycar fahren.
Doch sollten die Kinderzimmer so gestaltet sein, dass neben Bett, Schrank auch Schreibtisch passen und nicht Besenkammer-like immer nur eines aufgeklappt werden kann. Mit ein lustiger Faktor sind Schlüssel: entweder sind die Hauseingangstüren und deren Schlösser so schwergängig, dass man jedesmal drei Etagen nach unten laufen muss, um die Türe aufzumachen oder der Nachwuchs muss warten, bis ein Erwachsener zu Hause ist. Schlüssel haben neben der Eigenschaft ab und zu abzubrechen auch die saudumme Angewohnheit, verloren zu gehen.Heutzutage gibt es für kleines Geld Fingerprint-Schlösser mit automatischer Türöffnungsfunktion. Ungemein hilfreich, wenn man die Hände voller Tüten Taschen hat. Vor allem kann man dadurch verhindern, dass Menschen draussen bleiben, die da nicht hinein sollen.
Dann kommt noch der Eingangsbereich einer Wohnung: Schuhe und Jacken bei drei Kindern und zwei Erwachsenen die einem 2 x 2m Flur gegenüber stehen. Anscheinend haben die Bauherren und Architekten keine Vorstellung, wie wichtig solche vermeintlich kleinen unnützen Räume für Familien sind (dazu zählen auch Räume, die als Vorratsraum und HWR dienen können).
Doch kommen wir zum absoluten Must-have einer familienfreundlichen Wohnung: die Bezahlbarkeit. Wie soll eine Familie mit drei Kindern eine bezahlbare Wohnung finden? Eine günstige 5 Zimmer Wohnung ist selten unter 1200 € warm zu bekommen (das sind 2.400 DM !!!). In den 70ern hat man etwa ein Drittel seines Nettoeinkommens für Miete ausgegeben. Heute? Eine 5 köpfige Familie hat mit allem wohlwollenden Rechnen kaum mehr als 2500 € netto zur Verfügung. Rechnet man Strom und Parkplatz, Auto usw ab, dann wird es oft sehr eng. Deshalb ist, abgesehen von den technischen und planerischen Dingen, die Bezahlbarkeit der Miete ausschlaggebend. Denn bei 1200 € Miete rechnet sich schon ein Häuschen im Berliner Speckgürtel. Vermutlich mit ein Grund, warum Berlin zusehend an Attraktivität verliert. Wenn man dann noch gute Schulen suchen muss, die ziemlich weit weg sind oder verkehrstechnisch schlecht angebunden sind, dann überlegt man sich zweimal, wo man hinzieht.
Übrigens: nach der AV Wohnen gilt für ein 5 Personen-Haushalt eine Angemessenheitsgrenze für die Warmmiete von 705 € (gilt für ALG II Empfänger). Rechnen Sie jetzt gerade nach?
Single-Dad-Berlin
Familienfreundlich?
von emily_shoe   |   01.05.2010 | 13:39
Was habe ich davon, wenn in Berlin neue und familienfreundliche Wohnungen gebaut werden und ich mir diese nicht leisten kann? Der Wohnungsmarkt ist für den Urberliner einfach finanziell explodiert. Ich muss in ungeliebte Randbezirke ziehen um mir überhaupt noch eine Wohnung innerhalb Berlins leisten zu können.
Für mich ist eine Wohnung dann familienfreundlich, sobald diese ein Kinderzimmer hat und ein freier Kitaplatz in der Nähe ist....
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