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Schule in Neukölln-Nord
von iko 18.04.2010 | 16:00
Als stinknormale deutsche Familie mit schulpflichtigen Kindern und ohne Hartz IV ist man in Nordneukölln Exot. Das muß sich ändern, sonst lernen Heerscharen von Jugendlichen in Ihrem Umfeld nichts anderes kennen als Bildungsferne, Hartz IV, das ganze aus Funk und Fernsehen sattsam bekannte Elend und landen am Ende selbst genau da. Eine reine ndH bzw. lernmittelbefreite Klasse ist kaum beschulbar, schon in der Grundschule. Kein Lehrer kann das leisten und sei er noch so gut. Die wenigen vorhandenen Bildungsleuchttürme wie z.B. die Peter-Petersen-Schule haben es geschafft mit ihrem besonderen Profil genug bildungsnahe deutschsprachige Eltern anzulocken um eine gute Mischung ihrer Schülerschaft hinzubekommen. Von solchen Schulen brauchen wir mehr, viel mehr. Her mit den engagierten Lehrern und den visionären Schulleitern. Schickt die ausgebrannten und lustlosen im Austausch ruhig nach Zehlendorf und Pankow. Mehr Personal ist schön, aber nicht so entscheidend wie Gutes. Wichtigstes Ziel ist die Durchmischung von Ethnien und Einkommensklassen. Dazu braucht man attraktive Angebote die bildungsnahe, einkommensstarke Eltern dazu verführen können, ihre Sprösslinge zusammen mit den Schmuddelkindern lernen zu lassen. Ich bin überzeugt, davon würden am Ende alle profitieren.

Gerade jetzt bietet sich die Chance das Ruder herumzureißen. Neukölln wandelt sich zum In-Bezirk. Die Straßen füllen sich mit Studenten und jungen gebildeten Menschen, ständig eröffnen neue Bars, Ateliers, Geschäfte. Wenn es gelingt, diese jungen Leute hier zu halten, wenn sie Kinder bekommen und Schulen suchen, dann ginge es rapide aufwärts und man könnte sich endlich Sorgen um Gentrifizierung machen.




Kommentar
Bildung
von Moderation   |   18.04.2010 | 17:41
Hallo iko,

danke für Ihren Beitrag.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sehen Sie die Bildung als Grundbaustein für ein gutes Zusammenleben in Berlin, Kiez Neukölln an. Sie sprechen das Profil der Peter-Petersen-Schule an. Wie genau sieht das Profil aus? Und warum eignet sich das Profil Ihrer Meinung nach für Neuköln?

Da einige Begriffe in Ihrem Beitrag Raum für Missverständnisse lassen, möchte ich Sie hiermit auf die Spielregeln hinweisen.

Viele Grüße
D. Rütschle (Moderatorin)
Mißverständnisse
von iko   |   19.04.2010 | 11:26
Hallo Frau Rütschle,

sind es die "Schmuddelkinder" an denen Sie sich stoßen? Ich hätte sie vielleicht in Anführungszeichen setzen sollen, sorry. Falls es noch weitere Mißverständliche Formulierungen geben sollte bitte ich um konkrete Hinweise. Ich möchte nicht mißverstanden werden, aber es ist nicht einfach bei diesem Thema Klartext zu reden ohne politisch inkorrekt zu werden, da würde Herr Buschkowsky mir bestimmt zustimmen.

Es ging mir in meinem Beitrag nicht um die Inhalte von Schulprogrammen, denn es gibt nicht das eine perfekte für jeden. Es ging mir um den Effekt. Besonders engagierte Schulen ziehen besonders engagierte Eltern an, und gemeinsam zieht man dann auch das Niveau der Schüler aus den bildungsfernen Elternhäusern nach oben. Es dürfen nur eben nicht zuviele von einer Sorte in der gleichen Klasse sitzen. Auf die Mischung kommt es an. Im Moment ist es eben leider an den meisten Schulen hier so, daß die engagierten Eltern das Weite suchen, weil sie bei einem Verhältnis von 80% ndH zu 20% deutschsprachig (Tendenz weiter steigend) keine Chance sehen irgendetwas zu bewirken sondern vielmehr die Gefahr, daß das eigene Kind unter die Räder gerät. Das hat weitere Ghettoisierung zur Folge. Wenn wir diesen Trend umkehren wollen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

1. Einführung einer ndH / Lernmittelbefreiungs-Quote und Verteilung der "Schmuddelkinder" über die ganze Stadt. Abgesehen von dem logistischen Aufwand würde ein Aufschrei der Mittelschicht durch die Stadt gehen, bzw. ging bereits durch die Stadt als z.B. Cem Özdemir eine ähnliche Quote gefordert hat. Ich denke, daß die Quote politisch nicht durchsetzbar ist, schließlich haben auch Senatsmitglieder Kinder, meist deutsche, die es fernzuhalten gilt von den oben Genannten.

2. Steigerung der Attraktivität von Brennpunktschulen, um Mittelschicht-Familien anzulocken. Keiner will gezwungen werden, also muß man die Leute anlocken. Wie die einzelnen Schulen das angehen, sollte ihnen selbst überlassen sein, denn sie kennen ihre Stärken und ihr Umfeld am besten. Bei der Peter-Petersen-Schule ist es das Jenaplankonzept. Montessori und Waldorf wären sicher auch denkbar. Hochbegabtenförderung am Albrecht-Dürer- und Ganztagsangebote am Albert-Schweitzer-Gymnasium, Zweisprachigkeit D-F an der Regenbogengrundschule sind alles Schritte in die richtige Richtung. Es braucht nur noch viel mehr davon.
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