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Familienfreundliches Wohnen
» Beteiligte
Kreuzberger Mama, Janni, James, Winz, Single-Dad-Berlin, Buerger, Johanna, hobbit, Goldfisch, emily_shoe, Charly, Helen74, martinstefan, Mama aus Kreuzberg, Familienglück, Johanna, Beate Krusche, Uschi Lehmann, Büro Integere


» Kurzbeschreibung
Das Wiki dokumentiert einige Vorschläge, wie ein familienfreundliches Wohnen in Berlin aussehen könnte. Diese reichen von der Ausstattung von Neubauten über die Infrastruktur bis zur Ausgewogenheit von Wohnraum und Grünflächen.


» Langfassung
Familienfreundlicher Standard für Neubauten:

Es wird vorgeschlagen, dass Wohnungen von Anfang an familienfreundlich gestaltet werden sollten. Neubauten sollen grundsätzlich mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen oder Laufräder ausgestattet werden. Auch die Ausstattung in der Wohnung könnte mit Hilfe einer Vorschrift kindersicher gemacht werden. So sollte es einen Standard geben, der kindersichere Treppengeländer, Steckdosen, Fenster und Herd vorschreibt.

Familienfreundliche Gestaltung der Gebäude:

- Breitere Parkbuchten (damit man auch mal ein Kind im Kindersitz anschnallen kann, ohne das Nachbarauto zu zerdellen),
- größere Keller (Kinderspielzeug, Winterklamotten für den nächsten Flohmarkt wollen gelagert werden),
- größere Fahrradkeller
- Hydraulik-Aufzüge wie in den 30ern, die mit Wasser betrieben werden. Sie sind billiger und umweltschonender als die heutigen Aufzüge und ließen sich auch als Anbau nachträglich aufrüsten.
- Zwei Bäder mit Doppelwaschbecken und ordentlicher Belüftung
- Fenster mit Verriegelungsknopf, die die Fensteröffnung durch Kinder verhindert.
- Vorrichtungen (Haken) am Balkon, an denen man Netze befestigen kann, damit Kinder und Haustiere nicht runterfallen können.
- Trittschallschutz und die Wahl des richtigen Bodenbelages.
- Größere Kinderzimmer
- Fingerprint-Schlösser mit automatischer Türöffnungsfunktion.
- Geräumiger Flur, Vorrats- bzw. Hauswirtschaftsraum

Familienfreundliche Gestaltung des äußeren Umfelds:

- noch stärkere Förderung des nicht-motorisierten Verkehrs,
- Viertel sollten verstärkt oder möglichst ganz vom Autoverkehr frei gehalten werden, autofreies Wohnen gefördert werden,
- Tempo 30 auf fast allen Straßen,
- der öffentliche Nahverkehr darf nicht weiter eingeschränkt werden
- ortsnahe Kita sei erforderlich

Einbeziehung von Jugendlichen und Kindern in den Planungsprozess

Es würde bei der Stadtentwicklung zu wenig auf Kinder und Jugendliche als Experten ihrer Lebensumwelt gehört. Erwachsene träfen weitreichende kostspielige Entscheidungen, ohne die Nutzer vor Ort vorher zu hören. Dagegen gäbe es genügend Verfahren und Ansprechpartner im Ortsteil, um den Dialog zukünftig zu Gunsten einer qualitätvolleren Planung und praktischen Erziehung in gelebter Demokratie zu verbessern.


Ausgewogenheit von Wohnraum und Grünflächen:

Es wird jedoch auch gefragt, wie viel Wohnraum die Stadt eigentlich bräuchte, da Anfang März mit der Kolonie Württemberg einen der letzten Kleingartensiedlungen zerstört wurde. Da würden neue Wohnungen entstehen, jedoch wäre es nun mit der dem Naturidyll und der guten Luft endgültig vorbei.

So sollte sich die Stadt nach Meinung des Teilnehmenden fragen, wie viel Wohnraum sie noch bauen möchte und ob nicht auch eine Abwägung zwischen Wohn- und Erholungsraum ratsam wäre. Denn diese Ausgewogenheit in einem Umfeld wäre wiederum ein großer Faktor für die Familienfreundlichkeit.

Beispiel Mauerpark: Da der Stadtbezirk Prenzlauer Berg westlich der Schönhauser Allee keinen Park sein eigen nennt, ist der Mauerpark zwischen Prenzlauer Berg und Wedding mit dem Birkenwäldchen und den Spielplätzen so ein wichtiger Ort für Familien aus Prenzlauer Berg und sicherlich auch aus dem Wedding. Dieser sollte nach Ansicht einiger Teilnehmenden erhalten und weiter zu einem Park umgestaltet werden. Es gäbe immer wieder Bebauungspläne, die einen Teil des Mauerparkes schlucken würden.
Das Wasserspiel, das ja im Sommer bei Sonnenschein benutzt wird, stehe allerdings in der prallen Sonne. Es bräuchte einen Sonnenschutz und der Spielplatz eine Toilette.

Beispiel Volkspark Friedrichshain: hier gehe langsam die Aussicht verloren, da das Grün ungehindert wachse.

Mix unterschiedlicher Preislagen im Viertel:

Wohnraum unterschiedlicher Preislagen muss besser durchmischt sein, hier sollte Berlin stärker steuernd eingreifen

Bessere Förderung von familienrelevantem Wohneigentum:

In einigen Stadtteilen, wie Prenzlauer Berg oder Pankow habe Berlin gute Ansätze von Baugruppen/ Baugemeinschaften etc. unternommen. Die Bezirke verkaufen Grundstücke bzw. geben sie zum Verkauf in den so genannten Liegenschaftsfonds. Teilweise liegen dort Flächen über Jahre ungenutzt - da unverkäuflich - brach. In Steglitz-Zehlendorf gab es nun den Vorschlag in der BVV, diese Grundstücke Baugemeinschaften (Familien, generationenübergreifenden Projekten etc.) kostengünstiger anzubieten. Ziel war es, Familien in der Stadt zu halten und für eine größere Vielfalt der Bewohner des Bezirks einzutreten. Der Vorschlag wurde jedoch von schwarz-grün rigoros abgelehnt und eine Debatte über solche Konzepte/ Ideen im Keim erstickt, was nach Ansicht der Teilnehmenden nicht sehr förderlich sei. Es gäbe in Berlin kaum passende Angebote für mehrköpfige Familien und daher brauche der der Senat einen geeigneten Masterplan inkl. Fördertopf.
Wohneigentum müsse darüber hinaus flexibler zu gestalten sein, um verschiedene Lebensphasen optimal bedienen zu können.

Bezahlbarer Wohnraum:

Besonders wichtig für Familien ist die Bezahlbarkeit der Wohnräume sowie ein ausreichendes Angebot bezahlbarer Wohnungen auch für Familien mit vielen Kindern in den einzelnen Stadtteilen. Doch eine für Normalverdiener bezahlbare Viereinhalb- oder Fünf-Zimmer-Wohnung in Kreuzberg 61 oder Schöneberg gäbe es nicht, was dazu führt, dass spätestens beim zweiten Kind der Umzug ins Berliner Umland oder ungeliebte Randbezirke drohe. Der Wohnungsmarkt sei für den Urberliner einfach finanziell explodiert.
Es sollte jedoch vermieden werden, dass Familien bei ausfallendem Einkommen gleich in Randgebiete verdrängt werden. Dazu gehört auch eine Änderung der AV Wohnen, die für ALG II-Empfänger eine Angemessenheitsgrenze von 705 € Warmmiete vorsieht, was in der heutigen Zeit in vielen Berliner Bezirken kaum umsetzbar ist.

Familienfreundliches eigenes Verhalten:

Familienfreundlichkeit heißt für einige Teilnehmende jedoch auch das eigene Verhalten und sich für die Kinder, die da sind, verantwortlich zu fühlen sowie die Unterstützung anderer Eltern.


Positive Beispiele:

Kinderfreundlicher Prenzlauer Berg:

Der Prenzlauer Berg wird als ein besonders kinderfreundlicher Ort beschrieben. Hier würden viele Familien wohnen, weswegen die Interessen der Bewohner ähnlich seien. Die Infrastruktur des Ortes sei durch seine vielen Spielplätze, Kitas und Schulen sehr kinderfreundlich und auch die Betreiber von Geschäften seien auf Kinder eingestellt.

Familienfreundliche Gartenstadt Düppel:

Auch die Siedlung Gartenstadt Düppel wird als besonders familienfreundlich gepriesen. Sie sei durch die ruhigen Spielstraßen und einen großen Park ein besonders für kleine Kinder freundlicher und sicherer Ort. Im direkten Umfeld gäbe es auch viele Schulen. Der einzige Nachteil bestünde in den Verkehrsanbindungen, da es keinen S-Bahnhof Düppel gibt.

Neue Wohn- und Lebensstrukturen (z.B. Mehrgenerationenhäuser, Alleinerziehendenhäuser):

In Hinblick darauf, dass viele Familien nicht mehr als Großfamilien leben, dass die Großeltern, Onkel und Tanten häufig am anderen Ende Deutschlands wohnen und im Hinblick auf die wachsende Anzahl von Ein-Eltern-Familien und auch alleinlebenden Senioren, ist eine Förderung und ein öffentliches Interesse von neuen Wohnformen wünschenswert. Alleinerziehendenhäuser, Mehrgenerationenhäuser, Wohngemeinschaften, Wohnprojekte, in denen sich die Bewohner gegenseitig unterstützen, Erfahrungen austauschen und in denen sie - wie für viele Alleinerziehende oder alleinlebende Senioren nötig - aus der Isolation kommen.

Beispiel: Kreatives-Mehrgenerationshaus in Berlin-Mitte
Das kreative-Mehrgenerationenhaus am Alt-Berliner-Museumshafen böte seit einigen Jahren schon für die große Tagespflegekinder-Gruppe(ca. bis zu 20 Kinder) einigen Tagesmüttern aus dem Bezirk viel Raum, so z.B. den Bewegungsraum zur Musikalischen Früherziehung jeden Dienstag 9.30h (wo jede/r mal gern vorbeischauen kann).
Es gäbe viele Angebote für Kinder u. Familien(z.B. offener Familiensonntag, Kinderbastel-tobe-Theater-Tanz u. Märchen erzähl-Angebote und immer wieder neue Ferienprogramme etc.), einen sauberen Spielplatz, "Baby-Plansch-Partys", Picknicks. Das Cafe mit Hausmanns-Mittags-Schmaus biete frische, selbstgemachte Speisen zu günstigen Preisen und sei zudem sehr günstig. Das Kreativhaus ist ein sogenanntes Mehrgenerationenhaus und bietet auch spezielle Angebote für ältere Menschen.

Familentreff/Nachbarschaftsetage:

Die GESOBAU unterstützt in manchen Vierteln Nachbarschaftsetagen, z. B. im Märkischen Viertel. In Weißensee in der Hansastraße hat auch eine Nachbarschaftsetage eröffnet, die durch die GESOBAU (sie stellt die Wohnung) und die Johanniter-Unfallhilfe unterstützt wird. Die Johanniter übernehmen Koordination und Moderation des Treffs.
So etwas würde sich eine Teilnehmerin auch im Arnimkiez wünschen.

Kiez-Initiativen am Klausener Platz und Mierendorffplatz

Die beiden Kiez-Initiativen am Klausener Platz und rund um den Mierendorffplatz setzten sich nicht nur seit Jahren aktiv für ein besseres Wohnumfeld und mehr Zusammenhalt im Kiez ein, sie zeigten vor allem auch, wie viel etwas Engagement direkt vor der eigenen Haustür bewirken kann.


Negative Beispiele:

Spandau:

Spandau sollte nach Ansicht einiger Teilnehmenden wieder sauberer werden. Einige der Parks und Grünanlagen würden einer Müllhalde gleichen. Auch der Umgangston könnte wieder
respektvoller werden. Es wird mehr Hilfe von Verwaltung und Politik gefordert.




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