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Europa- und Levanteschule
» Beteiligte
Wendula Strube, Single-Dad-Berlin


» Kurzbeschreibung
Zur verbesserten Vermittlung von Wissen an Kinder mit Migrationshintergrund wurden spezielle Schulformen wie Europa- und Levante-Schulen für Deutsch-Türkisch und Deutsch-Arabisch vorgeschlagen, die den Lernstoff bilingual vermitteln und so den Kindern zunächst einen leichteren Einstieg über ihre eigene Sprache verschaffen.


» Langfassung
Vorteile für die Migrant/innen:

- Die Kinder mit Migrationshintergrund könnten ihre Herkunftssprache richtig sprechen, lesen und schreiben lernen, mit richtigem kulturellem Background, den sie hier nur vom Hörensagen kennen. Auch die Kultur wird in einer bilingualen Schule automatisch vermittelt.
- sie lernen dann ab der zweiten Klasse das deutsches Alphabet und nebenher deutsche Schrift und Sprache. So werden Kinder z. Z. in den existierenden 36 Europaschulen beschult.
- Sie lernen leider z. Z. noch in Deutsch die Mathematik, was unlogisch erscheint, da fast alle anderen Sprachen die Zahlen in ihrer tatsächlichen Reihenfolge sprechen. Im Deutschen dagegen wird zuerst die hintere Zahl ab der Ziffer 12 und zuletzt die vordere Ziffer gesprochen, was zusätzlich verwirrt.
- Vom Hörensagen werden oft Märchen und Fehlinterpretationen überliefert, das führt zu romantisierten Vorstellungen von den Herkunftsorten und zu beschönigenden Gräueltaten der Geschichte.
- Die Kinder müssten also nicht eine fremde Sprache neu, falsch und brüchig lernen, sondern könnten zunächst in „ihrer“ Sprache lernen. Dadurch hätten diese Kinder mehr Erfolgserlebnisse und wären womöglich viel entspannter und weniger frustriert.
- Die Kinder bräuchten sich daher wahrscheinlich weniger durch Gewalt Luft machen, was dem friedlichen Miteinander dienen würde.
- Die Eltern dieser Kinder würden sich mehr mit ihrer Kultur einbringen. Durch das Geben und Nehmen erhielten sie einerseits mehr Respekt durch unsere Landsleute und würden selbst auch mehr Respekt zeigen.
- Die Kinder könnten sich durch diese gute Ausbildung bis zum Abitur in „ihrer“ Sprache weiterbilden.
- Mädchen könnten eben diese Chancen nutzen und sich freier entfalten. Nur Bildung verschafft bekanntlich „Aufklärung“.
- Die Kinder hätten als Erwachsene die Wahl, die sie bislang nicht haben, ob sie vielleicht in ihre Herkunftsländer zurückgehen oder hierbleiben möchten.
- Die Kinder könnten letzten Endes bessere Berufsausbildungen und Studien beenden und kämen überhaupt erst in den Genuss der Selben.
- Weniger Kinder würden beim Sozialamt oder als Kriminelle enden. Schließlich kommt kein Mensch auf die Welt und möchte von Beruf gern
Sozialhilfeempfängerin oder Verbrecherin werden. Wir alle wollen Prinzessinnen und Ritter, Feuerwehrmann, Lehrerin…etc. werden.
- Obwohl das Englische nach wie vor dominant ist, wäre es für eine Stadt wie Berlin durchaus eine sinnvolle Massnahme, auch Familiensprachen der Kinder zu fördern, da nicht davon ausgegangen werden könne,dass die Eltern ihre Herkunftssprache gut beherrschen und diese sprachliche Sozialisation zu Hause erfolgen kann. Zum anderen spüren arabische/türkische Kinder, dass ihre eigene Sprache weniger wertgeschätzt wird als beispielsweise eine Fremdsprache wie Englisch oder Französich; das Ansetzen an diesen Sprachen fördert ja nicht nur diese Kinder, sondern wäre ja auch ein Gewinn für deutsche Kinder.

Wirtschaftliche Vorteile:

- Wenn auch deutschen Kinder in den Europa-Schulen und Levante-Schulen in Türkisch und Arabisch ausgebildet werden, könnten diese Kinder als Erwachsene nach dem Studium oder nach der Ausbildung mit den reichsten Handelspartnern der Welt, mit den Arabischen Staaten verhandeln.
- Die türkische Sprache dient dabei als Brückenschlag zwischen der deutschen und der moslemisch-islamischen Gesellschaft.
- Diese beiden Schulformen könnten Deutschland stärker mit den arabischen und türkischen Menschen verbinden und ins Gespräch bringen als bisherige Versuche.

Skepsis
Allerdings warnt ein Teilnehmer auch vor einer zu großen Verallgemeinerung, was die Vorteile dieser Schulform angehe. Es läge auch in der Selbstverantwortung der Migranten, sich im gegebenen Schulsystem zu Recht zu finden. Dazu gehöre auch, die Kompetenz des überwiegend weiblichen Lehrpersonals anzuerkennen. Dass eine erfolgreiche Integration in die vorhandenen Schulen möglich ist - auch ohne spezielle Förderung in Form von Europa- und Levanteschulen - dafür sprächen zahllose Beispiele.




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