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Sprachförderung
von Mama im Kiez 15.05.2010 | 17:56
Ich stelle fest, dass die Sprachförderung in der Schule nicht greift, evtl. weil die Lehrkräfte nicht auf dem neuesten Stand der Spracherwerbsforschung sind und weil es tatsächlich Kinder gibt, die nach über 2 Jahren Kita ohne Deutschkenntnisse eingeschult werden, die „Baustelle“ ist riesig! Zweiwortantworten werden in der Schule über Jahre zugelassen, Fehler stehen gelassen und auch später nicht aufgegriffen. Auch von Haus aus gut deutsch sprechende Kinder (Zweit- wie Muttersprachler) gewöhnen sich das sog. orale Kiezdeutsch wie "ich mache das Licht zu / auf", "der Stift steht auf dem Tisch", "ich heirate nicht mit dir", "kannst du Ball pumpen?", "wenn es keine Kreide gibt's", "der Computer ladet noch" etc. an. Artikel und Präpositionen erscheinen beliebig und werden "nach Gefühl" verteilt oder gleich ganz weggelassen. Auf Nachfragen heißt es, man dürfe die Kinder nicht durch Korrektur demotivieren. Wenn das Gehirn die falschen Strukturen aber erst einmal gespeichert hat, fossilieren diese und sind nur sehr schwer zu löschen bzw. zu überschreiben. Das Problem löst man nicht durch freundliches Übersehen, sondern man verschärft es dadurch! Das Abschaffen der Vorschulen hat es den Lehrkräften noch schwerer gemacht, als sie es im Kiez ohnehin schon haben und darauf, dass die 'bildungsnahen' Kinder es schaffen, die 'bildungsfernen' mitzuziehen, kann man aus o.g. Gründen leider nicht hoffen. Jugendliche nicht-deutscher Herkunftssprache sagen heute, man habe in den Bildungseinrichtungen jahrelang mit ihnen gekuschelt, sie durchgeschleppt und dann kam aber auf einmal die Keule "Mit dem Deutsch schaffst du den MSA / das Abitur / die IHK-Prüfung natürlich nicht.“ Sie hätten sich gewünscht, rechtzeitig korrigiert zu werden ("Das hätten wir schon verkraftet, es wäre auf jeden Fall besser gewesen, als hinterher die Schule nicht zu schaffen!"). Mein Tipp: mit der, nicht über diese Gruppe reden, hören, wie ihre Erfahrungen und Einschätzungen sind, wenn man wirklich will, dass diese Kinder und Jugendlichen erfolgreich sind.




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