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Hunde im Kiez
von Annama 24.04.2010 | 20:57
In den letzten Jahren hat Friedrichshain einen Babyboom erlebt. Es gibt inzwischen viele Angebote für Familien: Eltern-Kind-Cafes, Kinderklamotten- und Krimskramsläden, Spielplätze. Aber gerade die beliebten Altbauviertel zeigen ein sehr verdichtetes Bild auf, es gibt keine Parks und die wenigen Grünflächen werden hauptsächlich von den Hunden im Kiez "bevölkert". Es ist schon grotesk, dass die Grünfläche auf dem Boxhagener Platz vor allen Dingen von Hunden und ihren Herrchen besetzt wird, während sich auf dem halb so großen, eingezäunten Spielplatz bei schönem Wetter dreimal so viele Kinder tummeln. Auch der Hundeauslaufplatz im Kiez ist so groß wie sonst kein einziger Spielplatz. Leider sind die Hunde in der Regel auch nicht angeleint und ihre Hinterlassenschaften werden ebenfalls gerne einfach liegengelassen.
Klar, in einer Großstadt wohnen die verschiedenen "Interessengruppen" eng beieinander, aber manchmal hat man schon den Eindruck, dass Friedrichshain eine einzige Hundefreilaufzone ist.
Wie wäre es, wenn wir unsere Kinder einfach mal frei herumlaufen lassen und die vollgemachten Windeln am nächstgelegenen Baum entsorgen würden?




Kommentar
Hunde im Kiez
von Moderation   |   26.04.2010 | 11:59
Hallo Annama, liebe Teilnehmende,

das Thema Hunde und Entsorgung der Hinterlassenschaften wurde hier im Forum schon mehrfach angesprochen.
Zum einen wollte ich Sie fragen, wo das Problem als besonders gravierend empfunden wird?

Haben Sie Ideen, inwiefern Abhilfe geschaffen werden kann? Wie kann der Raum für Kinder und Hunde besser aufgeteilt werden?
Wie könnten die Hundebesitzer dazu gebracht werden, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde zu entfernen?
Kennen Sie Beispiele aus anderen Regionen, wo das besser klappt?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Hundemülleimer
von SingleParent   |   26.04.2010 | 14:04
1. Warum funktioniert die Entsorgung des Hundedrecks in anderen Bundesländern so gut?... Weil überall spezielle Mülleimer dafür angebracht sind und man dort Tüten für den Dreck entnehmen kann.
2. Wozu zahlen wir denn die Hundesteuer?.... Entweder für die Entsorgung des Drecks oder aber die Eimer und die Tüten...

Mir als Hundebesitzer gefällt es auch nicht, in die Hinterlassenschaften zu treten, die Mitten auf der Wiese im Park liegen. Aber das liegt dann an den Besitzern, die ihren Hund überall hinmachen lassen. Und diese Besitzer wiederum würden weder Tüten noch Eimer benutzen....
Da stimme ich zu. Den Hunden kann man zweifelsohne keinen Vorwurf machen. Wenn auf dem Gehweg ein Hund auf meinen kleinen Sohn zugerannt kommt, der ihn um einen ganzen kopf überragt und mein Kind sich (verständlicherweise) ängstlich an mich klammert, dann kann ich den Besitzer nur bitten, den Hund an die Leine zu nehmen und muss mir sehr oft ein pampiges "In Berlin jibs keen Leinenzwang!" anhören. Es gibt schon echt Verwirrungen um den Leinenzwang. Denn selbst Fachleute kommen an einigen Stellen des Berliner Hundegesetzes ins Stocken. Da sollte auf jeden Fall nachgebessert werden.

Zum Hundekotproblem: Hier sollte man meiner Meinung nach mehr Kontrollen und vor allem hohe Strafen für nicht entfernten Hundekot einführen, aber nur, wenn den Hundehaltern auch Möglichkeiten gegeben werden, die Hinterlassenschaften zu entsorgen.
Laienhaft würde ich sagen: Genügend Mülleimer reichen, denn wer sich in der Stadt für einen Hund entscheidet, der kann doch bitteschön auch eine kleine Tüte einstecken, oder?

In Berlin fallen alleine täglich 55 Tonnen Hundekot von geschätzten 200.000 Hunden an (offiziell registriert sind circa 100.000 Hunde). Mit der Zahlung der Hundesteuer erkauft man sich ja nicht das Recht, die Hinterlassenschaften seines Hundes liegen lassen zu dürfen. Ich glaube aber, dass etliche Hundebesitzer so denken.
Hundekot
von Annama   |   27.04.2010 | 10:33
Tatsächlich gibt es auch Hundehalter, die durchaus Verantwortung zeigen. In Friedrichshain z.B. den Verein "Hundefreunde Friedrichshain", die in den letzten Jahren auch einige Tütenspender installiert haben. Aber leider gibt es eben auch die anderen Halter und allzu oft zucken diese nur kurz mit den Schultern, wenn man sie bittet, die Hinterlassenschaften ihres Hundes zu entfernen. Insofern denke ich, dass nur eine Mehrfachstrategie hilft: 1. Ausreichende Tütchen und Mülleimer, 2. Freundlicher, aber bestimmter sozialer Druck, 3. Informations- und Öffentlichkeitskampagnen (was kostet die Beseitigung usw.), 4. Konsequente Ahndung und finanziell bedeutsame Abmahnungen für die Unbelehrbaren.
Hundekot
von Single-Dad-Berl in   |   27.04.2010 | 10:46
hmmm, irgendein Hinterbänkler hatte doch mal die Idee, ein paar Hartzies mit einer Schirmmütze auszustatten unhd auf Hundekotstreife zu schicken.
Achtung...Aufpasser...Kontrolle...
gab oder gibt es dazu nicht schon erbsenzählende TV Formate, die diese geistige Diarrhoe bereits in die Welt hinaus tragen?
In Paris fahren Motorräder der stadtreinigung umher, die diese Hinterlassenschaften aufsaugen...
Freilaufende Hunde
von Annama   |   27.04.2010 | 10:59
Ja, ich denke auch, dass die gesetzlichen Regelungen zum Anleinen von Hunden in Berlin mehr Verwirrung als alles andere stiften, wobei ich für einen grundsätzlichen Leinenzwang im öffentlichen Raum wäre, wenn nicht anders ausgewiesen. Im Gegenzug sollten mehr eingezäunte Freilaufflächen für Hunde geschaffen werden. Auf der Wiese am Boxhagener Platz könnte man ja durchaus eine solche Zone einrichten, um das Konfliktpotential zu minimieren.
Vielleicht sollte man auch einen Hundehalter-Führerschein einführen: Welche Aufgaben umfasst die Hundehaltung? Wie teuer ist ein Hund? Wie gestaltet sich die Hundehaltung in der Stadt? Welche Verantwortung habe ich als Halter? Usw.
Außerdem wäre vielleicht mal eine groß angelegte Kampagne des Senats nötig, mit der alle Berliner und Berlinerinnen zu mehr Verantwortung für ihre Stadt aufgefordert werden - ohne den moralischen Zeigefinger, denn ein gewisses Maß an Toleranz muss man als Stadtbewohner auch mitbringen. Für eine solche Kampagne würden mir viele Themen einfallen: Hundehaltung, Müll auf Straßen und Plätzen, aggressives Verhalten im Straßenverkehr und öffentlichem Raum, fehlende Nachbarschaftshilfe usw.
Hundekot
von Annama   |   27.04.2010 | 11:08
Ja, die Rüsselfahrzeuge gibt es auch in Berlin, habe ich schon öfters in unserer Straße gesehen, hier ein Artikel dazu:
 Link

Hartz-4-Empfänger zur Hundekotbeseitigung heranzuziehen ist eine total beknackte Idee von einer Berliner Grünen-Politikerin gewesen...

Und hier noch ein Artikel:
 Link

146 Millionen Haufen Hundekot gegen knapp 200 Bußgelder in Berlin...
Hundekot
von hu.beis   |   27.04.2010 | 12:25
Dieses unappetitliche Thema ist in dieser
Stadt eigentlich uralt. Politik,Öffentlichkeit und Medien greifen dieses Thema ab und zu auf, sozusagen als
Ventilfunktion, ändern an diesem Missstand
tut sich allerdings kaum etwas, bis auf wenige Ausnahmen dergestalt, dass man ver-
einzelt Hundehalter mit Tütchen sieht. Ich wohne mit meiner Familie in Wilmersdorf
im Bayrischen Viertel, hier hat man häufig
den Eindruck es gäbe mehr Hunde als Menschen,dementsprechend sehen auch die Geh-
steige aus. Wir sind vor unserem Haus dazu
übergegangen mit einem Gartenschläuch die
Hinterlassenschaft "wegzuspülen" um das
Hygieneproblem nicht in die Wohnungen zu tragen. Denoch, nichts gegen Hunde ,das
Problem ist imme am anderen Ende der Leine
(sofern überhaupt eine benutzt wird). Mögliche Lösungsstrategien sind doch allseits bekannt und anderenorts längst zum
Ensatz gekommen: Höherer Ahndungsdruck,
spürbare Geldstrafen, Abfallbehälter mit
Plastiktüten in vertretbaren Abständen etc.
M.E. fehlt der politische Wille und die
entsprechende Durchsetzungskraft um dieses
Problem wirklich anzugehen. Von offizieller
Seite ist längst resigniert worden - zudem die vielen Hundebesitzer ja auch Wählerstimmen bedeuten. Ich persönlich glaube jedenfalls nicht mehr an eine Veränderung - leider. MfG hu.beis


Hund ??
von Diessars   |   01.05.2010 | 12:33
Wir haben einen kleinen Hund,beim gassi gehen immer Tüte und zewa dabei aber leider
gibt es im umkreis von 1km keinen Papierkorb
(Französisch Buchholz) Es ärgert mich auch
immer das die mit den großen Hunden ihren
Haufen liegen lassen.
Ich habe mal gefragt ob die entfernten papierkörbe nicht ersetzt werden die Antwort
Kein Geld!!!
charly
von Charly   |   02.05.2010 | 13:06
Das Beispiel Boxhangener Platz ist wirklich ein gutes, für ein verkehrte Stadtplanung, in der den Hunden mehr Raum gegeben wird, als den Kindern und Jugendlichen. Das ist auch meine Wahrnehmung. Hier mussen die zuständigen Behörden dringend eine andere Wirklichkeit schaffen. Mehr pädogisch wirksame Abenteuer- Spielplätze für Kinder und Jugendliche in kindereichen verdichteten Wohngebieten, mehr Jugendclubs, die Hundesteuer drastisch erhöhen und höhere Ordnungsstrafen bei Verletzung der Leinenpflicht.
Tüten auch wegschmeißen
von Semi   |   03.05.2010 | 15:00
ist mir neulich auch in Moabit aufgefallen, dass da nun überall der bereits verpackte Hundekot rumliegt. Können diese Tüten nicht in die andern Mülleimer oder was? Wie kann man denn erst den Müll verpacken und ihn dann einfach liegen lassen?
Hunde und Hundekot
von suhuhu   |   04.05.2010 | 14:13
Ich weiß, ich weiß, das Thema ist vermutlich so alt wie Berlin selbst. Mir persönlich sind die Unmengen freilaufender Hunde und die (oft) damit verbundenen Hundehaufen, die überall herumliegen, alerdings noch nie so massiv aufgefallen wie in den letzten acht Monaten. Seitdem bin ich nämlich Mutter und gehöre zu all den Friedrichshainer Kinderwagenschiebern, die täglich die Parks bevölkern. Bei uns um die Ecke, im Entwicklungsgebiet Alter Schlachthof, gibt es auch eine hübsche Grünfläche. Hier tummeln sich Familien und - subjektiv empfunden - noch mehr Hunde. Ich bewundere all die Mütter und Väter, die so furchtlos sind, ihre Kinder auf dieser Grünfläche spielen zu lassen, wo doch ständig unangeleinte Hunde um sie herumlaufen, die meistens größer sind als die Kinder. Mal abgesehen von all den "Tretminen", die im Gras versteckt liegen. Ich persönlich vermag es nicht, diesen Zustand hinzunehmen. Wann immer ich einen Hundebesitzer darauf aufmerksam mache, er könne sein Tier doch bitte anleinen, habe ich noch nie, NOCH NIE, eine verständige Antwort erhalten. Es mag ja sein, dass diese Menschen meinen, ihren Hund besonders gut zu kennen und ihn für absolut harmlos halten, ich persönlich weiß das aber nicht, wenn der Hund um meinen Kinderwagen herumläuft und - auch schon passiert - mal eben seine Schnauze reinsteckt. Daher meine Vorschläge:
1. genereller Leinenzwang außer auf speziell ausgewiesenen (und eingezäunten) Hundewiesen
2. Durchsetzen desselben durch städtische Mitarbeiter, die Bußgelder auferlegen, und zwar empfindliche.
MfG,
suhuhu
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