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Spielplätze sind nichts für Kinder. Der traurige Zustand des Schleidenplatzes in Friedrichshain.
von BerlinFreckles 20.04.2010 | 15:54
Da heißt es in einem ZDF-Bericht, Spielplätze — zumindest nicht die meisten der derzeit existierenden — seien nichts für Kinder. In diesem Bericht erklärt Designer Günter Beltzig, dass unsere Spielplätze aus Kindersicht eigentlich Fehlkonstruktionen sind. Sie seien meist nicht mehr als eine Ansammlung von Einzelspielgeräten und laden so wenig zum Ausleben des kindlichen Bewegungs- und Spieldranges ein, dass man sie allenfalls als eingezäunte Spielghettos bezeichnen könne.

Ich klicke mich durch das ZDF Onlinearchiv, stöbere ein bisschen auf der Webseite vom Spielplatz-Rebellen Beltzig, wie er genannt wird und kann ihm in vielem zustimmen. Wenn das aber das einzige Problem der Spielplätze in meinem Kiez wäre, dann ginge es den Kindern hier schon gut. Unser Kindergarten liegt am Schleidenplatz, einem der wohl traurigsten Spielplätze derzeit im Samariterkiez. Besonders nach den Wochenenden möchte man angesichts der zerbrochenen Bierflaschen, unzähligen Kronkorken und Zigarettenkippen und noch viel gefährlicheren Funden tatsächlich ein Warnschild aufstellen, auf dem es heißt “Dieser Spielplatz ist nichts für Kinder”. Letzte Woche hatte ein Hundehalter als Krönung seinem Tier das Kunststück beigebracht, auf dem höchsten Punkt des Klettergerüstes, genau vor die Rutsche sein Geschäft zu verrichten. Bravo!

Ein neuer Aufkleber ziert seit kurzem das Spielplatzschild am Schleidenplatz. (Foto hier:  Link
Offensichtlich haben andere Eltern ihrem Unmut mit dieser Eigenkreation Luft gemacht. Geholfen hat es leider bisher nichts. Verursacher und Verärgerte treffen nur selten aufeinander.

Dabei hatte es mit dem Schleidenplatz so vielversprechend angefangen. Fast 100 Jahre lang war dieser Platz ein unauffälliger und wenig beliebter Spielplatz. In den letzten Jahres allenfalls das unattraktive Hintertor zum Ring Center. Der Platz wurde in den Jahren 2004 bis Mai 2005 im Zuge der Sanierung des ganzen Samariterviertels für 580.000 Euro komplett neu gestaltet.




Kommentar
Den selbst gestalteten Verbotsaufkleber auf dem Schild habe ich erst auf den dritten Blick entdeckt - gute Idee, aber vermutlich leider eher wirkungslos.
In Berlin engagieren sich mittlerweile wirklich sehr viele Menschen freiwillig. Ich frage mich, warum es die Bezirke, die Stadt, Einrichtungen und wir selbst es nicht schaffen, tragfähige Spielplatzpatenschaften aufzubauen. Sicherlich kein Allheilmittel, aber vielleicht ein guter erster Aufschlag.
Spielplatzpatenschaften
von Moderation   |   20.04.2010 | 19:11
Hallo Helen74,

vielleicht mögen Sie uns noch mehr Informationen über die Spielplatzpatenschaften geben?
An wen kann man sich da wenden, welche Beispiele und Erfahrungen gibt es?

Viele Grüße,
B. Hohberg (Moderation)
Spielplatzpatenschaften
von BerlinFreckles   |   26.04.2010 | 20:41
Liebe Moderatorin,

das mit den Beispielen für Spielplatzpatenschaften ist doch schnell gemacht, wenn man den betreffenden Suchbegriff mal in eine bekannte Suchmaschine eingibt.

Hier einige Städte, die Spielplatzpatenschaften bereits umsetzen. Über Erfolg oder Misserfolg müsste man sich natürlich mit den Initiatoren in Verbindung setzen.

Potsdam:  Link
Pulheim:  Link
Worms:  Link
Essen:  Link
Hannover:  Link
Kiel:  Link
usw.

Im Grunde ist das Prinzip fast immer gleich. Spielplatzpaten engagieren sich ehrenamtlich, erhalten aber im Gegenzug von der Stadt eine Aufwandsentschädigung.

Ich denke, dass das eine Initiative ist, die Berlin durchaus übernehmen sollte.
Also wir sind Ende Nov 2009 von Hannover nach Berlin gezogen. Das Hundeproblem und die z.T. verkümmerten Spielplätze empfinde ich als unerträglich. Insbesonderen die mangelhafte Trennung von Hundeflächen und kinderfreundlichen Spielflächen.

In Hannover hatte ich eine Spielplatzpatenschaft übernommen und fand diese Idee wirklich sehr gut. Die Organisation war im Bereich des Grünflächenamtes untergebracht. 1-2 Mal pro Woche werden dort die Spielplätze von seiten der Stadt gereinigt und kontrolliert nach Gefahrenquellen usw. Der(die) Spielplatzpate(n) hat(haben) einzig und allein die Aufgabe, sich den Spielplatz regelmäßig anzusehen, zu melden, wenn ein Spielgerät defekt ist o.ä. und vor allem es zu melden, wenn man wiederholt Leute beobachtet, die den Spielplatz zweckentfremdet nutzen. Oder aber Ideen zu sammeln, wie man Missstände beseitigen könnte.
Da man ja öfter vor Ort ist, da der Spielplatz sich idealerweise wohnortsnah befindet, stellt man eine Unterstützung zur Kontrolle und Pflege des Spielplatzes durch die Stadt dar. Und - wie ich es erlebt habe - werden Spielplätze dann viel eher in Stand gehalten oder erneuert. Der Aufwand ist so gering, ich möchte behaupten, eine Spielplatzpatenschaft kann jeder irgendwie in seinen Alltag integrieren.

Ich bin verwundert, dass es soetwas hier nicht gibt?! Stimmt das überhaupt???


Also wir sind Ende Nov 2009 von Hannover nach Berlin gezogen. Das Hundeproblem und die z.T. verkümmerten Spielplätze empfinde ich als unerträglich. Insbesonderen die mangelhafte Trennung von Hundeflächen und kinderfreundlichen Spielflächen.

In Hannover hatte ich eine Spielplatzpatenschaft übernommen und fand diese Idee wirklich sehr gut. Die Organisation war im Bereich des Grünflächenamtes untergebracht. 1-2 Mal pro Woche werden dort die Spielplätze von seiten der Stadt gereinigt und kontrolliert nach Gefahrenquellen usw. Der(die) Spielplatzpate(n) hat(haben) einzig und allein die Aufgabe, sich den Spielplatz regelmäßig anzusehen, zu melden, wenn ein Spielgerät defekt ist o.ä. und vor allem es zu melden, wenn man wiederholt Leute beobachtet, die den Spielplatz zweckentfremdet nutzen. Oder aber Ideen zu sammeln, wie man Missstände beseitigen könnte.
Da man ja öfter vor Ort ist, da der Spielplatz sich idealerweise wohnortsnah befindet, stellt man eine Unterstützung zur Kontrolle und Pflege des Spielplatzes durch die Stadt dar. Und - wie ich es erlebt habe - werden Spielplätze dann viel eher in Stand gehalten oder erneuert. Der Aufwand ist so gering, ich möchte behaupten, eine Spielplatzpatenschaft kann jeder irgendwie in seinen Alltag integrieren.

Ich bin verwundert, dass es soetwas hier nicht gibt?! Stimmt das überhaupt???


Also wir sind Ende Nov 2009 von Hannover nach Berlin gezogen. Das Hundeproblem und die z.T. verkümmerten Spielplätze empfinde ich als unerträglich. Insbesonderen die mangelhafte Trennung von Hundeflächen und kinderfreundlichen Spielflächen.

In Hannover hatte ich eine Spielplatzpatenschaft übernommen und fand diese Idee wirklich sehr gut. Die Organisation war im Bereich des Grünflächenamtes untergebracht. 1-2 Mal pro Woche werden dort die Spielplätze von seiten der Stadt gereinigt und kontrolliert nach Gefahrenquellen usw. Der(die) Spielplatzpate(n) hat(haben) einzig und allein die Aufgabe, sich den Spielplatz regelmäßig anzusehen, zu melden, wenn ein Spielgerät defekt ist o.ä. und vor allem es zu melden, wenn man wiederholt Leute beobachtet, die den Spielplatz zweckentfremdet nutzen. Oder aber Ideen zu sammeln, wie man Missstände beseitigen könnte.
Da man ja öfter vor Ort ist, da der Spielplatz sich idealerweise wohnortsnah befindet, stellt man eine Unterstützung zur Kontrolle und Pflege des Spielplatzes durch die Stadt dar. Und - wie ich es erlebt habe - werden Spielplätze dann viel eher in Stand gehalten oder erneuert. Der Aufwand ist so gering, ich möchte behaupten, eine Spielplatzpatenschaft kann jeder irgendwie in seinen Alltag integrieren.

Ich bin verwundert, dass es soetwas hier nicht gibt?! Stimmt das überhaupt???


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