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Abgeordnete, diese Website und mein langer Kommentar
von Karolus 06.05.2010 | 22:21
Eigentlich wollte ich mich hier nicht verewigen, aber ich möchte doch meinen Unmut nicht in den Nachtschlaf nehmen.

Zunächst einmal das Logo dieser Website. Bisher fehlte mir die Fantasie, dass jemand auf die Idee kommen würde, die Berliner Fahne zu verballhornen. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Vielleicht ist das ja sogar ein Straftatsbestand. Ich werde es prüfen lassen.

Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass man sich im Internet duzt. Warum aber wird man hier in der kumpelhaften Anrede dazu scheinbar motiviert, eine oder ein Abgeordnete/r zu werden. Für mich ein klares Minus in Sachen Seriösität.

Das Schöne an der Demokratie ist, dass die Bevölkerung ihre Vertreter in freier, geheimer... Wahl gewählt werden. Die gewählten Vertreter in Berlin werden Abgeordnete genannt. Sie fordern auf, sich selbst zur/m Abgeordneten zu machen. Was bezwecken Sie mit diesem undemokratischen Verfahren? Soll das auch motivieren?

Nun bin ich auf Ihrer Website so herum gesurft. Es ist wirklich eindrucksvoll wie wenig mit viel Aufwand erreicht wird. Es sind gerade 366 Beiträge (meiner ist nicht dabei und wird, weil er sehr kritisch ist vielleicht nicht veröffentlicht). Es gibt tatsächlich einige User/innen, die eine ganze Reihe von Beiträgen schrieben. Wie viele Beiträge kommen eigentlich zusammen, wenn man die Beiträge eine/s Nutzers/Nutzerin als einen zählt? Der "Erfolg" dieser Website kann man nur mit Kopfschütteln kommentiert werden.

Es gibt aber auch scheinbar kompetente und interessante Beiträge. So nimmt ein Arzt aus dem Wedding Stellung zum Umzug der KJGD-Stelle. Keine Erklärung, was sich hinter dieser Abkürzung versteckt. Ich kläre auf: Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. Der Moderatorin aus Hamburg, Frau Hohberg, fällt doch tatsächlich eine Frage ein: Wohin denn der KJGD hinziehen würde? Antwort: Reinickendorfer Straße 60 a. Aha, jetzt ist Frau Hohberg informiert! Wurde etwas erreicht? Die frühere Säuglings- und Kleinkinderfürsorge und der Jugendgesundheitsdienst hatte in besseren Zeiten mehrere Außenstellen, die im Wedding verteilt angesiedelt waren. Die Arzt- und Sozialarbeiterinnenstellen wurden fast alle eingespart. Gleichzeitig wird gerade von der Politik der mangelhafte Kinderschutz beklagt. Ein wirkliches Thema wäre die Einsparmaßnahmen! Doch hier geht es um einen Umzug an einen Standort an dem sich früher die Beratungsstelle für Risikokinder zentral für den ganzen Wedding bestand. Tja, da fällt den Moderatoren nichts mehr ein.

Ich stoße auf die Diskussion mit Herrn Zöllner, der nicht alle Fragen beantwortete. Kritische Fragen kontert er mit Erfolgsmeldungen. Ich frage mich in welcher Stadt er eigentlich lebt. Hier zeigt sich eine Stärke dieser Website: Sie demaskiert den Senator.

Dennoch reicht mir das nicht aus, um diese Website als hilfreich zu bezeichnen. Ich frage mich, ob es eine Ausschreibung für die Gestaltung und Betreuung der Website gegeben hat und, warum eine Hamburger Firma ausgewählt wurde? Vielleicht, weil sie von keiner Orts- und inhaltlicher Kenntnis getrübt ist?! Erschreckend ist, dass der Berliner Beirat für Familienfragen diese Aktion zu verantworten hat, denke ich - und schaue mir die Website des Beirates an. Er wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. An der Spitze dieser Senatsverwaltung steht der obengenannte Senator Zöllner. Steuermittel werden also im Interesse dieses Senators verbrannt. Die Mittel hätte man besser für den KJGD eingesetzt.

Für den Fall, dass mein Beitrag nicht auf der Website erscheint: Ich habe den Text per Copy and Paste (kopieren und einfügen) gesichert. Ich gedenke, ihn an Herrn Schupelius und ausgewählte Abgeordnete, die mittelbar mit dem Beirat offensichtlich zu tun haben, zu schicken.

Ich bin auf die Antwort/Fragen der Moderatoren gespannt! Ob sie mich wohl fragen, ob im Wedding ein Sack Reis umgefallen ist?




Kommentar
hier wird kritisiert?
von Single-Dad-Berl in   |   07.05.2010 | 09:36
wow...noch ein kritischer Beitrag. Das wäre dann Nummer **?
Der Bürger darf hier mal unzensiert seine Meinung sagen. Mit welchem Effekt? Mit dem gleichen Effekt, wenn im Wedding ein Sack Reis umfällt...
Verändert wird hier nichts. Desolate Schulen, Unterrichtsausfall, überhöhter NdH Anteil in den Klassen und Zwangsumsiedlungen für arme Familien in den Berliner Osten werden zwar in den Beiträgen thematisiert, aber eine Konsequenz daraus wird nicht folgen. Da befasst man sich doch lieber intensiv mit Hundekot.
Da wird allen Ernstes nach Familienfreundlichkeit gefragt. Wie muss eine familienfreundliche Wohnung aussehen?
Aussehen ist wurscht...bezahlbar muss sie sein. Woher sollen Eltern denn das Geld nehmen? Ich habe drei Kinder, muss dreimal Büchergeld bezahlen, muss Fahrkarten, Verbrauchsmaterial, Klassenfahrten und weiss der Kuckuck was alles irgendwie finanziell meistern. Und dann noch über 1.000 € Miete bezahlen, wobei das noch relativ günstig für Steglitz-Zehlendorf ist? Man kommt gerade so über die Runden. Der Unterschied zu Hartz IV beträgt ganze 83 € im Monat...Was also ist hier familienfreundlich?
Das interessiert die Heuschrecken der Firma Cerberus nicht, die als Haupteigner der GSW die Renditen nach USA scheffeln, größtenteils indirekt durch Hartz IV subventioniert...
Wie sagte einst Max Liebermann? Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen will.
Ähnlich geht es mir auch. Anstatt Probleme zu identifizieren und zu lösen, wird vertröstet, verschleiert und diese Kasperle-Diskussion mit einem Senator geführt...
Bin gespannt, wann hier die ersten Molotow-Coctails wie in Athen fliegen....
Danke für Ihren Beitrag
von Moderation   |   07.05.2010 | 10:36
Hallo Karolus,

vielen Dank für Ihren Beitrag.

Auf Ihre Anregungen und Fragen werde ich den Familienbeirat aufmerksam machen.

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